Umschuldung IWF dementiert Griechenland-Gerüchte

Gerüchte über eine Umschuldung Griechenlands halten sich hartnäckig. Der Internationale Währungsfonds und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dementieren, dass sie Athen diesen Schritt empfehlen oder sich darauf vorbereiten. Auch der griechische Finanzminister kämpft entschieden gegen die Spekulationen an. 
IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn: Bereiten hochrangige Mitarbeiter des Weltwährungsfonds hinter den Kulissen europäische Regierungen und die EZB bereits auf eine Umschuldung Griechenlands vor? Der IWF dementiert diese Gerüchte entschieden

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn: Bereiten hochrangige Mitarbeiter des Weltwährungsfonds hinter den Kulissen europäische Regierungen und die EZB bereits auf eine Umschuldung Griechenlands vor? Der IWF dementiert diese Gerüchte entschieden

Foto: dapd

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Berichten widersprochen, er betrachte die Schuldensituation Griechenlands als unhaltbar und empfehle bis 2012 eine Umschuldung. "Ich weise diese Geschichte zurück", sagte der Sprecher des Weltwährungsfonds, William Murray, am Samstag und verwies auf Äußerungen von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.

Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou erklärte am Samstag in Washington: "Eine Umschuldung ist nicht auf der Tagesordnung." Es gebe auch keine Gespräche mit dem IWF dazu, sagte der Minister am Rande der IWF-Frühjahrskonferenz am Samstag in Washington. Athen setze seinen Plan fort, das Defizit zu verringen und die Strukturreformen umzusetzen. "Ich denke, die Lage wird sich verbessern und es uns ermöglichen, 2012 an die Kapitalmärkte zurückzukehren", äußerte er sich zuversichtlich.

Die Regierung lehne eine Umschuldung ab, weil die dadurch bedingten Schmerzen und Kosten größer seien als ihr Nutzen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble dementierte einen Bericht über angebliche deutsche Umschuldungspläne für das Land als gegenstandslos.

Strauss-Kahn hatte am Samstag vor der Presse erklärt, die Hilfsprogramme für Griechenland fußten auf der Annahme, dass die griechische Regierung nicht umschulden und ihre Schulden zurückzahlen wolle. Daran habe sich nichts geändert.

Unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen hatte es in US-Medien geheißen, hohe IWF-Mitarbeiter hätten europäische Regierungen und die EZB darüber unterrichtet, dass eine baldige Umschuldung in Betracht gezogen werden sollte.

"Die Wende zum Besseren hat begonnen und das ist sehr positiv, obwohl die Arbeitslosigkeit zunimmt", erklärte Papakonstantinou weiter. "Niemand sollte die Entschlossenheit der griechischen Regierung unterschätzen", warnte er. Nun stehe erst einmal an, das milliardenschwere Privatisierungsprogramm umzusetzen, wobei es offene Bieterverfahren geben solle.

Sozialistischer Ex-Premier Griechenlands plädiert für Umschuldung

Sollte Griechenland die Rückkehr an den Kapitalmarkt 2012 nicht schaffen, so bleibe immer noch als Rückhalt der vorläufige Euro-Rettungsschirm EFSF, sagte der Minister. Er hoffe aber, dass man diesen nicht beanspruchen müsse. Die derzeitigen Hilfen der Europäer für Griechenland waren noch vor Schaffung des EFSF in einem gesonderten Verfahren vereinbart worden.

Die griechische Wirtschaft befindet sich nach den Worten des Ministers am Scheideweg. In diesem Jahr rechnet er mit einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 3 Prozent, doch gebe es erste Zeichen einer Trendwende.

Der sozialistische griechische Ex-Premierminister Costas Simitis plädierte dagegen für eine Umschuldung des Landes. "Eine gut vorbereitete Umschuldung würde unsere Lage erheblich verbessern", sagte er einer Zeitung. "Solange dies hinausgeschoben wird, wird die Schuldenlast immer größer."

rei/dpa/reuters
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