Im Überblick Wie Euro-Land den Euro retten will

Das Gesamtpaket zur Stabilisierung der Europäischen Währungsunion besteht aus mehreren Teilen. Es reicht von der Aufstockung des befristeten Euro-Rettungsschirms und dem neuen permanenten Krisenmechanismus ESM bis zu einer Reform des Stabilitätspaktes.
Permanente Baustelle: Die EU-Regierungschefs haben nicht nur den Rettungsschirm EFSF drastisch ausgeweitet, sondern auch einen neuen, permanenten Schirm hinzu gestellt

Permanente Baustelle: Die EU-Regierungschefs haben nicht nur den Rettungsschirm EFSF drastisch ausgeweitet, sondern auch einen neuen, permanenten Schirm hinzu gestellt

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  • Der befristete Rettungsschirm (EFSF) wird von 250 Milliarden auf 440 Milliarden Euro erhöht. Damit wird auch der deutsche Garantiebeitrag von derzeit 120 Milliarden Euro deutlich steigen.
  • Der permanente Rettungsschirm (ESM) soll Hilfen von bis zu 500 Milliarden Euro bereitstellen können. Erreicht wird dies durch einen Kapitalstock von 80 Milliarden Euro plus Garantien von 620 Milliarden Euro zur Erreichung der höchsten Bonität.
  • In Ausnahmefällen sollen EFSF und ESM künftig auch direkt Staatsanleihen maroder Euro-Länder aufkaufen, wenn dies zur Stabilisierung des Euro notwendig ist. Bislang konnte der Fonds nur Kredite gewähren.
  • Eine Reform des Stabilitätspaktes führt frühere und schärfere Sanktionen für Defizitsünder ein. Strafen drohen erstmals auch Ländern, die ihre Gesamtverschuldung von mehr als 60 Prozent des BIP nicht rasch genug reduzieren.
  • Alle Staaten erstellen Krisenpläne für ihre Banken für die anstehende neue Runde von Stresstests.
  • Die Währungsunion schließt einen "Pakt für den Euro". Darin verpflichten sich die Regierungschefs auf konkrete Reformen in der Lohn-, Steuer- und Sozialpolitik, deren Einhaltung auf jährlichen Gipfeltreffen überwacht wird. Der Euro-Plus-Pakt ist offen für Nicht-Euro-Staaten, sechs Länder sind bereits beigetreten.

la/dapd