DIW-Chef Wagner Folgen der Krisen sind noch nicht abzuschätzen

Der neue Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Gert Wagner hält die Folgen der Krisen in Japan und der Arabischen Welt noch nicht für abschätzbar. Der Ökonom befürwortet einen Ausstieg aus der Atomenergie, gibt jedoch zu bedenken, dass dieser Wachstumseinbußen nach sich zieht.
Gert Wagner: Der neue Chef des DIW hält einen Atomausstieg nicht vor 2021 für möglich

Gert Wagner: Der neue Chef des DIW hält einen Atomausstieg nicht vor 2021 für möglich

Foto: DIW Berlin

Ulm - Die Folgen der Krisen in Japan und Nordafrika für die Konjunktur weltweit und in Deutschland sind nach Ansicht des neuen Chefs des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Gert Wagner, schwer abzusehen. Ein Übergreifen der revolutionären Ereignisse auf Saudi-Arabien könne "ganz gravierende Konsequenzen für den Ölpreis" haben, warnte der Ökonom in der "Südwest Presse". Dies "würde die Konjunktur erheblich beeinträchtigen".

Ausstrahleffekte von Japan hält Wagner im Moment ebenfalls noch nicht für verlässlich quantifizierbar. "Auch ein schnellerer Ausstieg aus der Atomenergie kann zu Kostensteigerungen führen und Wachstumseinbußen nach sich ziehen", sagte der DIW-Chef. "Grundsätzlich spricht viel für den Ausstieg, weil die Bevölkerung in Deutschland das Risiko anders einschätzt als in anderen Ländern." Allerdings hält er einen Ausstieg nicht vor 2021 für möglich.

Wagner forderte eine Versicherungspflicht für alle Gebäude gegen Naturkatastrophen. Dies wäre nicht sehr viel teurer als heute eine Wohngebäudeversicherung. In einem hochwassergefährdeten Gebiet sollten die Prämien höher sein als an einer weniger riskanten Stelle.

sk/dapd
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