Schuldenkrise Portugal ächzt unter hohen Zinsen

Das hoch verschuldete Portugal hat sich am Mittwoch eine Milliarde Euro am Finanzmarkt beschafft, muss dafür aber deutlich höhere Zinsen zahlen als bei der jüngsten Auktion. Die Zweifel, ob Europa ohne weitere Notmaßnahmen die Schuldenkrise meistern kann, wachsen.
Hafen von Lissabon: Die Zweifel wachsen, ob Portugal ohne weitere Hilfe der EU auskommt

Hafen von Lissabon: Die Zweifel wachsen, ob Portugal ohne weitere Hilfe der EU auskommt

Foto: REUTERS

Lissabon - Portugal hat sich am Mittwoch am Finanzmarkt eine Milliarde Euro geliehen, musste dabei jedoch hohe Zinsen in Kauf nehmen. Bei der Emission zweijähriger Staatsanleihen verlangten Investoren eine Durchschnittsrendite von 5,993 Prozent und damit deutlich mehr als bei der vergangenen Auktion, als das Land noch mit 4,086 Prozent davongekommen war.

Die Nachfrage überstieg das Angebot um das 1,6-Fache. Portugal reizte bei der Schuldenaufnahme die zuvor genannte Spanne von 750 Millionen Euro bis eine Milliarde Euro voll aus.

Die Emission galt als wichtiger Test für das Vertrauen der Investoren in die Fähigkeit des Landes, die Schuldenkrise zu meistern, und wurde daher am Finanzmarkt mit Spannung erwartet. Die hohen Zinsen hatten sich bereits im Vorfeld der Auktion abgezeichnet, als die Risikoprämien auf den Anleihen Portugals und anderer hochverschuldeter Länder deutlich anzogen.

Der Kurs des Euro ist unterdessen am Mittwoch gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3928 (Dienstag: 1,3898) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7180 (0,7195) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85900 (0,86050) britische Pfund, 115,14 (114,64) japanische Yen und 1,2920 (1,2949) Schweizer Franken fest.

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