Iran Proteste und Festnahmen in Teheran

Mit Tränengas sind Sicherheitskräfte in Teheran gegen tausende Demonstranten vorgegangen, die gegen die Festsetzung der Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karrubi protestieren wollten. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Der Ölpreis klettert weiter.
Unruhen in Teheran: Die Demonstranten waren auf die Straßen gegangen, um gegen die Festnahme der Oppositionsführer Mehdi Karubi und Mir-Hossein Mussawi zu protestieren

Unruhen in Teheran: Die Demonstranten waren auf die Straßen gegangen, um gegen die Festnahme der Oppositionsführer Mehdi Karubi und Mir-Hossein Mussawi zu protestieren

Foto: STR/ Reuters

Teheran - Augenzeugen berichteten von Zusammenstößen in der Nähe der Universität und anderen Teilen der iranischen Hauptstadt. Starke Polizeikräfte seien in dem Viertel zusammengezogen, in dem sich das Militärgefängnis befindet, in dem Mussawi und Karrubi nach Angaben der Opposition inhaftiert sind.

Die beiden Oppositionsführer, die zunächst unter Hausarrest standen, waren nach Angaben der iranischen Opposition am Wochenende verschleppt worden. Offizielle Angaben zu ihrem Aufenthaltsort gibt es nicht. Am Montag hieß es auf Websites von Regimegegnern, die beiden Männer und ihre Frauen seien in ein Gefängnis in Teheran gebracht worden.

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Die Bundesregierung hatte bestürzt auf die Berichte aus Teheran reagiert. Solche Einschüchterungsmaßnahmen verletzten fundamentale Menschen- und Bürgerrechte, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Auswärtige Amt bestellte am Montag den Geschäftsträger der iranischen Botschaft in Berlin ein.

Die iranische Regierung verbat sich am Dienstag eine Einmischung des Westens. "Dies sind innere Angelegenheiten, und kein Land hat das Recht, sich in Entscheidungen der Justiz einzumischen", sagte der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast vor Journalisten in Teheran. Der Westen solle lieber "auf die Stimme der Mehrheit als auf die einiger weniger hören".

Die Ölpreise haben am Dienstag auf hohem Niveau zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur April-Lieferung kostete am frühen Nachmittag 112,64 US-Dollar. Das waren 84 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 81 Cent auf 97,78 Dollar.

la/dpa-afx
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