Samstag, 17. August 2019

Preisexplosion EU streicht Einfuhrzölle für Getreide

Kostbares Gut: Knappe Lagerbestände lassen die Weizenpreise in die Höhe schießen

Die EU reagiert auf die hohen Getreidepreise und setzt die Einfuhrzölle für vier Monate aus. Damit soll vor allem Europas Viehzüchtern geholfen werden, die stark vom Futterimport abhängig sind.

Brüssel - Wegen der Preisexplosion bei Getreide setzt die EU die Einfuhrzölle auf bestimmte Getreideprodukte für vier Monate aus. Ziel sei es vor allem, die Preise für Tierfutter zu senken, teilte die EU-Kommission nach einer Entscheidung von Vertretern der 27 Mitgliedstaaten mit. Die Maßnahme soll insbesondere Schweinezüchtern zugute kommen, die seit Monaten unter Preissteigerungen leiden. Europas Viehzüchter importieren einen Großteil des Futters aus Nord- und Südamerika.

Von nächster Woche an bis Ende Juni gilt die neue Regelung. Dabei geht es um Weichweizen und Futtergerste, wo der ermäßigte Tarif für bestimmte Volumina von 12 beziehungsweise 16 Euro je Tonne wegfällt. Für einige andere Sorten wie Mais oder Hartweizen gelten schon länger Ausnahmeregeln.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos geht davon aus, dass die Preise, die weltweit sehr hoch seien, auf dem europäischen Weizenmarkt nun sinken. "Wir sind verpflichtet, alles zu unternehmen, um die Situation zu erleichtern", sagte der Kommissar. Hintergrund für die Preissteigerungen bei Getreide ist laut EU-Kommission, dass 2010/2011 die Lagerbestände weltweit um 62 Millionen Tonnen niedriger sein werden als im Vorjahreszeitraum.

sk/dpa

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