Euro-Krise Finanzminister plädieren für schnelle Lösung

Am Montagabend begannen die Verhandlungen der Euro-Finanzminister darüber, wie der Euro gegen Krisen wie in Griechenland oder Irland abgesichert werden kann. Die Ergebnisse sind bisher dürftig: Die Kassenhüter verständigten sich darauf, das Maßnahmenpaket möglichst schnell zu schüren. Heute gehen die Gespräche weiter.
Treffen der Euro-Finanzminister: Die Französin Christine Lagarde, die Spanieren Elena Salgado und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beraten mit ihren Kollegen darüber, wie der Euro geschützt werden kann

Treffen der Euro-Finanzminister: Die Französin Christine Lagarde, die Spanieren Elena Salgado und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beraten mit ihren Kollegen darüber, wie der Euro geschützt werden kann

Foto: DPA

Brüssel - Einen Monat nach dem EU-Gipfel wollen die europäischen Finanzminister heute über weitere Schritte im Kampf gegen die gefährliche Schuldenkrise beraten. Der Gipfel hatte beschlossen, von 2013 einen dauerhaften Rettungsfonds für pleitebedrohte Staaten wie Griechenland oder Portugal zu schaffen. Dazu soll auch der EU-Vertrag ergänzt werden. Die Schuldenkrise in einigen Staaten wie Griechenland und Irland hatte den Euro in seine bisher schwerste Krise gestürzt.

Die Ressortchefs der 17 Euro-Länder verständigten sich am Montagabend bereits darauf, die gemeinsame Währung schon sehr rasch mit einem umfassenden Maßnahmenpaket abzusichern. Damit sollen die nervösen Finanzmärkte beruhigt werden. Zu dem Paket gehört auch, den bis 2013 befristeten Rettungsfonds für wackelnde Mitgliedstaaten schlagkräftiger zu machen.

Der Vorsitzende der Ministerrunde, Luxemburgs Jean-Claude Juncker, nannte keinen Termin für die Vorlage des Pakets. Nach Angaben von Diplomaten könnten die Vorschläge schon vor dem Frühjahrsgipfel der EU auf dem Tisch liegen, der für den 24. und 25. März geplant ist.

Eine Aufstockung des Rettungsschirms von 750 Milliarden Euro ist umstritten. Die Europäische Zentralbank (EZB) und Belgien pochen darauf, Deutschland und andere Staaten treten auf die Bremse. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte: "Aktuell ist der Rettungsschirm ja nicht unter Stress. Er funktioniert und ist auf einem guten Weg."

EU fordert Bekenntnis zur Haushaltssanierung

Aus dem Rettungsfonds der Euro-Staaten - dies ist der zentrale Baustein des Schirms - von 440 Milliarden Euro können de facto nur rund 250 Milliarden Euro ausgeliehen werden. Der Grund: Die Spitzenbewertung ("AAA") der Ratingagenturen erfordert hohe Sicherheiten.

Juncker verteidigte ein Sondertreffen sechs starker Euro-Staaten - darunter Deutschland - vor der Ministerkonferenz. Nur besonders kreditwürdige Staaten mit der Bestnote "AAA" waren beteiligt. Es sind dies des weiteren Frankreich, Luxemburg, Finnland, Österreich und die Niederlande. "Das ist keine Fraktionierung. Man muss wissen, wie die 'Hauptgeldgeber' die Dinge sehen."

Das Paket zur Euro-Absicherung wird laut Juncker und EU-Währungskommissar Olli Rehn ausgesprochen umfangreich sein. Es geht um ein Bekenntnis zur Haushaltssanierung, neue Stresstests für Banken im ersten Halbjahr und eine Verpflichtung, die Gesetzesvorschläge der Kommission zur Stärkung des Euro- Stabilitätspaktes bis zum Sommer zu verabschieden.

Auch die Verlängerung der Rückzahlungsfristen der griechischen Milliardenkredite und niedrigere Zinsen für Krisenstaaten, die Hilfen in Anspruch nehmen, sind enthalten. Zur Debatte steht auch, ob der europäische Rettungsfonds Staatsanleihen von Wackelkandidaten übernehmen darf. Bisher ist dies nicht möglich.

mg(dpa-afx
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