Wirtschaftsmächte Schwellenländer schlagen G7-Staaten

Noch behauptet sich die Bundesrepublik in der Weltliga der Wirtschaftsmächte. Doch nach Meinung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC wird Deutschland schon in wenigen Jahrzehnten hinterher traben. Von den G7-Staaten könnten sich einzig die USA ganz vorne halten.
Autohandel in China: Schwellenländer kommen auf

Autohandel in China: Schwellenländer kommen auf

Foto: DPA

Hamburg - China rückt an die Spitze, danach folgen die USA und Indien: Dieses Trio wird einer Studie zufolge im Jahr 2050 die Liste der Länder mit der größten Wirtschaftskraft anführen. Etablierte Industrienationen wie Deutschland und Frankreich fallen der Prognose zufolge gemessen am Bruttoinlandsprodukt dagegen zurück, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Laut der Studie "The World in 2050" gewinnen Länder wie Brasilien, Russland, Mexiko oder Indonesien an Bedeutung.

Immerhin: Deutschland bleibe in den kommenden Jahrzehnten unter den zehn größten Volkswirtschaften der Welt. Allerdings wird die Bundesrepublik bis 2050 vom heutigen vierten auf den achten Platz abrutschen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers hervorgeht. Auf Platz eins steht demnach im Jahr 2050 China, das heute die drittgrößte Wirtschaftsmacht ist. China wird sein Bruttoinlandsprodukt laut Studie bis dahin mehr als verzehnfachen.

Die heute größte Wirtschaftsmacht der Welt, die Vereinigten Staaten, rutsche auf Platz drei ab. Den größten Sprung nach vorn von Platz elf auf Platz drei macht demnach Indien, dessen Bruttoinlandsprodukt bis dahin 24mal größer sein soll als heute. Es folgen Brasilien, Japan, Russland, Mexiko, Deutschland, Großbritannien, Indonesien und Frankreich. Die sieben größten Schwellenländer werden dann eine deutlich größere Wirtschaftsleistung haben als die sieben größten Industrienationen. Heute liegen die Schwellenländer noch weit zurück.

"Die Motoren zum Antrieb des weltweiten Wachstums liegen in Zukunft vor allem in Asien und Lateinamerika. Das Wachstum der Schwellenländer schafft aber auch mehr Wohlstand in den alten Industrienationen", sagte PwC-Partner Alfred Höhn.

Bei näherem Hinsehen relativieren sich die Umwälzungen aber. Laut der Studie wird in den Schwellenländern mit dem zunehmenden Wohlstand auch die Zahl der Einwohner deutlich zunehmen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf - ein zentraler Indikator für den Wohlstand eines Landes - wird der Studie zufolge 2050 in China immer noch nur 45 Prozent der USA betragen, heute sind es 14 Prozent. In Indien wird dieser Wert von heute sieben Prozent auf dann 28 Prozent steigen.

kst/dpa-afx/afp
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