Außenhandel China legt kräftig zu

China stillt seinen Hunger zunehmend auf den Weltmärkten. Der Überschuss der Handelsbilanz war auch 2010 rückläufig. Insgesamt legte der Außenhandel Chinas um fast 35 Prozent zu.
Boomende Wirtschaft: China setzt bei der Versorgung zunehmend auch auf ausländische Quellen

Boomende Wirtschaft: China setzt bei der Versorgung zunehmend auch auf ausländische Quellen

Foto: REUTERS

Peking - Der chinesische Außenhandel ist im vergangenen Jahr um 34,7 Prozent auf 2,97 Billionen US-Dollar gestiegen. Der Handelsbilanzüberschuss sei im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 183 Milliarden Dollar gefallen, berichtete die chinesische Zollverwaltung nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Das sind 7 Prozent weniger als im Krisenjahr 2009 und ein Drittel weniger als im bisherigen Rekordjahr 2008. Die Exporte haben demnach 2010 um 31,3 Prozent auf 1,58 Billionen Dollar zugelegt, während die Importe noch stärker um 38,7 Prozent auf 1,39 Billionen Dollar gewachsen seien.

Die Zollverwaltung wertete die Zahlen als Hinweis darauf, dass sich der chinesische Handel "auf eine ausgeglichene Struktur zubewegt". Der Überschuss fiel auf 6,2 Prozent des gesamten Außenhandels - nach 8,9 Prozent im Vorjahr und 11,6 Prozent 2008. Der hohe Handelsüberschuss ist ein großes Streitthema mit Europa und den USA. Er wird auch eine Rolle bei dem Besuch von Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao am 19. Januar in Washington spielen.

Auch die Dezember-Daten deuten darauf hin, dass China seinen Hunger nach Waren und Produkten zunehmend auf den weltweiten Märkten stillt. Die Importe stiegen im Dezember um 25,6 Prozent und damit stärker als erwartet, wie die Zollbehörden mitteilten. Zugleich legten die Ausfuhren lediglich um 17,9 Prozent zu, das ist nur etwa halb so stark wie im November und deutlich weniger als von Analysten vorhergesagt hatten. Der Außenhandelsüberschuss sank auf 13,1 Milliarden Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit acht Monaten.

Die USA werfen China vor, ihre Landeswährung künstlich niedrig zu halten und seinen Exporteuren so Vorteile am Weltmarkt zu verschaffen. Immer wieder fordern US-Politiker daher eine Aufwertung des Yuan. Chinesische Politiker dürften die jüngsten Exportdaten jedoch als Bestätigung dafür sehen, dass das Land Fortschritte beim Umbau der Wirtschaft hin zu mehr Konsum und Binnenwachstum macht und so die Abhängigkeit von den Ausfuhren reduziert.

cr/rtr/dpa
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