Staatsanleihen Portugal zahlt Zinsen in Rekordhöhe

Portugal hat sich als erstes Euro-Krisenland im neuen Jahr an den Kapitalmarkt gewagt und Staatsanleihen in Höhe von 500 Millionen Euro ausgegeben. Die Papiere fanden ausreichend Abnehmer - allerdings musste Portugal so hohe Zinsen zahlen wie noch nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung.
Hoher Preis für Kredite: Portugal muss durchschnittlich 3,69 Prozent Zinsen zahlen

Hoher Preis für Kredite: Portugal muss durchschnittlich 3,69 Prozent Zinsen zahlen

Foto: Corbis

Lissabon - Bei der ersten Auktion im Jahr 2011 habe man 500 Millionen Euro mit Papieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten aufgenommen, teilte die portugiesische Schuldenagentur IGCP am Mittwoch mit. Händler sprachen von einer soliden Nachfrage.

Die Nachfrage war stark: Sie übertraf das Angebot um das 2,6-Fache, bei der vorherigen Auktion im September war es nur das 2,4-Fache. Händler sprachen von einer soliden Nachfrage.

Allerdings musste Portugal die Anleger mit hohen Zinsen belohnen. Mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 3,69 Prozent musste das Land so viel zahlen wie noch nie seit der Euro-Einführung. Bei der vorherigen Auktion lag der Zinssatz bei 2,05 Prozent.

Nach der Rettung Irland und Griechenlands durch milliardenschwere Hilfsgelder der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds ist das finanzschwache Portugal ins Visier der Finanzmärkte geraten. Es wird spekuliert, dass es früher oder später ebenfalls unter den EU-Schutzschirm schlüpfen muss.

Vor dem Jahreswechsel hatte das portugiesische Parlament ein drastisches Sparpaket beschlossen.

mg/rtr/dpa-afx

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