Leitzins unverändert Fed bleibt bei expansiver Geldpolitik

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in den USA werden die Zinsen wohl auch 2011 auf dem niedrigen Niveau bleiben. Zudem signalisierten die Banker eine unverminderte Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik.
US-Notenbank Fed: Es bleibt bei der beschlossenen 600-Milliarden-Dollar-Finanzspritze

US-Notenbank Fed: Es bleibt bei der beschlossenen 600-Milliarden-Dollar-Finanzspritze

Foto: © Jonathan Ernst / Reuters/ Reuters

Washington - "Die moderate Konjunkturerholung in den USA ist zu schwach, um die Arbeitslosigkeit zu senken", schreibt die Fed in ihrem am Dienstagabend veröffentlichten Kommentar zur Leitzinsentscheidung. "Die Arbeitgeber bleiben bei Neueinstellungen zurückhaltend."

Auch der jüngste US-Arbeitsmarktbericht hatte die Märkte enttäuscht. Um die Konjunktur zu stützen, wird die Fed daher ihre Kaufprogramm für Staatsanleihen - wie bereits Anfang November beschlossen - fortführen. Bis Mitte 2011 sollen insgesamt 600 Milliarden Dollar aufgekauft werden.

Die Preisstabilität sieht die Fed nicht in Gefahr. Die langfristigen Inflationserwartungen blieben stabil. Es gebe zudem Anzeichen, dass die Kerninflationsrate (ohne Energie und Lebensmittel) weiter nach unten tendiere.

Die Ausgaben der privaten Haushalte stiegen moderat, allerdings gebremst durch die hohe Arbeitslosigkeit und das moderate Einkommenswachstum. Das Wachstum der Investitionen habe sich im Vergleich zum Jahresbeginn abgeschwächt. Der Häusermarkt bleibe schwach.

Hoenig stimmt erneut gegen Entscheidung

Erneut stimmt Thomas M. Hoenig, Präsident der regionalen Notenbank von Kansas, gegen die Entscheidung. Die sehr expansive Geldpolitik erhöhe das Risiko für Ungleichgewichte in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten. Steigende langfristige Inflationserwartungen könnten die Wirtschaft destabilisieren.

Den Zielsatz für Tagesgeld ("Fed Funds Rate") hat die Fed erneut zwischen null und 0,25 Prozent. Volkswirte hatten einhellig mit dieser Entscheidung gerechnet. Im Zuge der Finanzkrise hatte die Notenbank den Leitzins bereits im Dezember 2008 auf diesen Korridor verringert. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen. Die Fed erwartet für einen "ausgedehnten Zeitraum außerordentlich niedrige Leitzinsen".

Die US-Notenbank wird nach Einschätzung der Commerzbank  den Leitzins aufgrund der Lage am Arbeitsmarkt im gesamten Jahr 2011 unverändert belassen. "Umfang und Tempo der Anleihekäufe sind mit größeren Unsicherheiten behaftet", schreibt Volkswirt Bernd Weidensteiner in einem Kommentar. Denn der im November getroffene Beschluss für eine neue Runde von quantitativer Lockerung sei im In- und Ausland "erstaunlich heftig" kritisiert worden. Nur eine überraschende starke Eintrübung der wirtschaftlichen Perspektiven könnte der Fed den nötigen Spielraum geben, um ihren Einsatz noch einmal zu erhöhen.

Die US-Aktienmärkte reagierten nur kurzzeitig mit Kursgewinnen auf die Entscheidungen. Der Dow Jones  gab jedoch seine zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab und stand letztlich wieder auf dem Niveau von vor den Fed-Kommentaren. Der Dollar stieg zum Euro leicht an. Die US-Anleihenmärkte weiteten ihre Kursverluste aus.

mg/dpa-afx
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