Konjunktur Sparpolitik verschärft griechische Krise

Die Arbeitslosenquote in Griechenland ist binnen eines Jahres um mehr als 3 Prozent gestiegen. Das Staatsdefizit fällt deutlich höher aus als erwartet - Premierminister Papandreou warnt, sein Land könne den von der EU vorgegebenen Sparplan nicht erfüllen. Vom Aufschwung in Deutschland kann Griechenland kaum profitieren.
Akropolis: Die Krise in Griechenland spitzt sich zu

Akropolis: Die Krise in Griechenland spitzt sich zu

Foto: Petros Giannakouris/ AP

Athen - Die Risikoaufschläge auf Anleihen steigen, die Regierung in Athen spart Geld, wo sie kann - das alles hat verheerende Auswirkungen auf den griechischen Jobmarkt. Die Arbeitslosenquote ist im August auf 12,2 Prozent gestiegen, gab das griechische Statistische Amt bekannt. Im gleichen Monat vergangenen Jahres stand sie noch bei neun Prozent.

Laut einer Studie der Gewerkschaft des privaten Sektors (GSEE) könnte es noch schlimmer werden. Bis zum Jahresende könnte es in Griechenland demnach 20 Prozent Arbeitslose geben.

Nach Angaben des Händlerverbandes gibt es für den drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit mehrere Gründe: Die indirekten Steuern wurden mehrfach erhöht, die Mehrwertsteuer stieg von 19 Prozent auf 23 Prozent, Gehälter wurden gekürzt, Pensionen und Renten um fast 20 Prozent gekappt.

Griechenland war in der Finanz- und Wirtschaftskrise stark unter Druck geraten. Um eine Staatspleite des Landes zu verhindern, hatten die Euro-Länder und der IWF daraufhin Kredithilfen in Höhe von insgesamt bis zu 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre zugesagt. Im Gegenzug musste sich die griechische Regierung zu rigiden Sparplänen verpflichten.

Höhere Neuverschuldung erwartet

Die Neuverschuldung dürfte trotzdem höher ausfallen als zunächst vereinbart. Sein Land werde das mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarte Defizitziel von 8,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) überschreiten, sagte der griechische Premierminister Giorgos Papandreou am Donnerstag in Athen.

Die EU-Statistikbehörde Eurostat hatte bislang ein Defizit von 13,6 Prozent berechnet, am Montag wird sie die Zahl auf voraussichtlich mehr als 15 Prozent anheben.

ssu/mak/AFP/dpa-AFX