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An die Schmerzgrenze: Welche Branchen unter dem teuren Euro leiden

Foto: Fabian Bimmer/ AP

Währungsstreit WTO-Chef warnt vor Protektionismus

Der Dollar verliert gegenüber dem chinesischen Yuan und dem Euro weiter an Wert. Gegenüber dem japanischen Yen notiert die US-Währung auf 15-Jahres-Tief.. Den Chef der Welthandelsorganisation veranlasst das zu einer dramatischen Warnung - während die USA und China auf Konfrontation setzen.   

Hamburg - Die chinesische Währung Yuan ist am Freitag abermals auf einen Rekordstand zum US-Dollar geklettert. Die Zentralbank legte den zentralen Kurs auf 6,6497 (Vortag: 6,6582) Yuan je Dollar fest. Damit haben die Währungshüter den Kurs an 15 der vergangenen 19 Tage auf einen neuen Rekord festgesetzt.

Im Jahresvergleich ergibt sich damit ein leichter Anstieg um 2,64 Prozent. Der Wechselkurs darf täglich nur in einer engen Spanne um diesen zentralen Kurs schwanken. Im Vergleich zu anderen Währungen sind die Bewegungen des Yuan zum Dollar auch nach der jüngsten Aufwertung seit Anfang September eher gering.

Zuletzt hatten neben den USA auch Europa den Druck auf China deutlich erhöhte. Die USA werfen China bereits seit Jahren vor, den Yuan künstlich schwach zu halten, um die heimische Exportwirtschaft zu stützen. Auch in Europa war die Kritik an der Wechselkurspolitik Chinas zuletzt deutlich gestiegen. Ein schwacher Yuan erleichtert der chinesischen Exportwirtschaft das Geschäft. Der Euro  setzte seinen Höhenflug am Freitag fort. Die Gemeinschaftswährung notierte zeitweise jenseits der Marke von 1,41 Dollar.

WTO-Chef warnt vor Protektionismus

Die anhaltenden Spannungen auf den Devisenmärkten bergen nach Einschätzung des Chefs der Welthandelsorganisation große Gefahren. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy warnte vor einem Protektionismus wie zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren.

Wenn die Regierungen versuchten, ihr Wachstum durch den Eingriff in die Wechselkurse zu beschleunigen, sei der Schritt hin zu Zollschranken nicht mehr weit, sagte Lamy dem britischen "Guardian" vom Freitag. "Es ist die Frage, ob diese (anti-protektionistische) Stimmung stabil ist oder ob sie durch die Entwicklungen am Währungsmarkt beeinflusst wird. Das Risiko besteht, und es liegt nicht bei Null."

Ein Währungskrieg und Protektionismus seien in der Krise in den vergangenen drei Jahren vermieden worden, sagte Lamy. Die Zurückhaltung beim Einsatz protektionistischer Maßnahmen werde derzeit getestet. "Ein Dominoeffekt muss aber vermieden werden." Hohe Zollschranken und andere protektionistische Schritte hatten den Welthandel in den 1930er Jahren zusammenbrechen lassen und so die weltweite Wirtschaftskrise dramatisch verschärft.

USA und China weiter auf Konfrontationskurs

Die USA wollen den Druck im Währungsstreit mit China indes Aufrecht erhalten. Präsident Barack Obama, Finanzminister Timothy Geithner und andere Vertreter der Regierung ließen nicht darin nach, China zu der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu bewegen, sagte ein Präsidialamtssprecher in Washington.

Die USA drängen China seit längerem zu einer Aufwertung seiner Landeswährung Yuan. Die Regierung in Washington wirft der Führung in Peking vor, den Yuan künstlich niedrig zu halten, um der Wirtschaft Vorteile im Welthandel zu verschaffen. China wiederum wirft den USA vor, den internationalen Währungskonflikt auch mit anderen Staaten mit einer massiven Abwertung des Dollar aus dem gleichen Grund ausgelöst zu haben.

Die USA werden am Freitag ihren halbjährlichen Devisenbericht veröffentlichen. Darin könnte das Finanzministerium China erstmals seit 1994 wieder offiziell eine Manipulation der Wechselkurse vorwerfen.

China dagegen warnt die USA davor, den Yuan-Kurs zum Sündenbock für die eigenen Wirtschaftsprobleme zu machen. "Dass die USA Chinas Handelsüberschuss zum Thema machen und Druck wegen des Wechselkurses ausüben, ist schlicht falsch", sagte ein Sprecher des Handelsministeriums am Freitag in Peking. Andere Länder hätten nicht das Recht, die richtige Höhe des Handelsüberschusses zu bestimmen.

China ist der weltgrößte Exporteur und hat seinen Vorsprung in jüngster Zeit weiter ausgebaut. Ein kleineres Handelsplus wird von vielen Ökonomen als wichtig für ein besseres Gleichgewicht im weltweiten Handel erachtet.

cr/reuters/dpa/dpa-afx