Montag, 21. Oktober 2019

IWF-Chefin Georgiewa - Deutschland soll mehr investieren Handelskrieg könnte Weltwirtschaft 700 Milliarden Dollar kosten

IWF-Chefin Kristalina Georgieva: Deutschland, Südkorea und Niederlande sollten ihre "finanzielle Feuerkraft" nutzen

Wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die globale Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um bis zu 700 Milliarden US-Dollar sinken. Das gehe aus einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor, sagte die neue Chefin der Organisation, Kristalina Georgiewa, am Dienstag laut Redeprotokoll in Washington.

Die Summe setze sich aus den direkten und indirekten Kosten zusammen - wie Vertrauensverlust, Unsicherheit und Marktreaktionen. Genauere Daten werde der IWF in der kommenden Woche veröffentlichen. "In einem Handelskrieg verliert jeder", sagte die Ökonomin und forderte die Konfliktparteien auf, sich zu einigen.

Die 66-jährige Bulgarin leitet den IWF seit dem 1. Oktober. Sie übernahm das Amt von der Französin Christine Lagarde. Vorher war Georgiewa unter anderem Geschäftsführerin der Weltbank und EU-Kommissarin.

Deutschland soll mehr Geld in Forschung und Infrastruktur investieren

Angesichts der schwächelnden Konjunktur in Deutschland hat Georgieva außerdem die Bundesregierung zu deutlich verstärkten staatlichen Investitionen aufgerufen. Staaten wie Deutschland mit Spielräumen in ihren Haushalten sollten mittels "fiskalischer Feuerkraft" die Wirtschaft stimulieren, sagte die Bulgarin am Dienstag in einer Rede in Washington. Niedrige Zinsen ließen manchen Regierungen noch mehr Spielraum.

Verstärkte staatliche Investitionen vor allem in die Infrastruktur sowie in Forschung und Entwicklung würden dazu beitragen, "die Nachfrage und das Wachstumspotenzial" anzukurbeln, betonte Georgieva. Appelle zur Steigerung der staatlichen Investitionen richtete sie auch an die Niederlande und Südkorea.

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