Republikaner Roy Moore Kandidat für US-Senat soll 14-Jährige sexuell belästigt haben

Roy Moore will für die Republikaner in den US-Senat. In der "Washington Post" berichtet nun eine Frau, er habe sie vor Jahrzehnten sexuell belästigt. Moore weist das zurück. Parteikollegen fordern seinen Rücktritt.
Wahlkämpfer Roy Moore in Alabama

Wahlkämpfer Roy Moore in Alabama

Foto: AFP

Der ultrakonservative Kandidat für den US-Senat, Roy Moore, sieht sich mit der Anschuldigung konfrontiert, vor mehreren Jahrzehnten ein 14-jähriges Mädchen sexuell belästigt zu haben. Die Frau schilderte laut einem Bericht der "Washington Post" , wie Moore damals bewusst Kontakt zu ihr aufgenommen und versucht habe, sie zu sexuellen Handlunge zu bewegen.

Moore, heute ein verheirateter Vater von vier Kindern, wies die Anschuldigungen zurück und nannte sie in einem Statement "komplett falsch" und eine "verzweifelte politische Attacke" der US-Demokraten und der Zeitung im Wahlkampf. Seine Kampagne gab eine weitere Mitteilung heraus, in der die Vorwürfe als "Müll und die Definition von Fake News" bezeichnet werden.

Der 70-jährige ehemalige Richter ist ein Vertreter der religiösen Rechten und tritt im Dezember bei einer Nachwahl zum Senat an. Dabei geht es um ein Mandat, das früher dem heutigen Justizminister Jeff Sessions gehörte und durch dessen Wechsel in die Regierung frei wurde.

Ende September hatte sich Moore in Vorwahlen der Republikaner im Südstaat Alabama zur Bestimmung des Senatskandidaten gegen den innerparteilichen Konkurrenten Luther Strange durchgesetzt . Der war von Präsident Donald Trump unterstützt worden. Im Dezember tritt Moore nun bei der Nachwahl gegen den Demokraten Doug Jones an. Bislang galt Moore als Favorit.

Im Video: Roy Moore tritt mit gezogener Waffe auf

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Mehrere US-Republikaner haben Moore nun aufgefordert, sich zurückzuziehen. Mitch McConnell - Mehrheitsführer im US-Senat - sagte, Moore müsse abtreten, sollten die Anschuldigungen wahr sein. Senator John McCain teilte mit: "Die Vorwürfe gegen Roy Moore sind zutiefst verstörend und disqualifizierend. Er sollte sofort abtreten und es den Menschen in Alabama ermöglichen, einen Kandidaten zu wählen, auf den sie stolz sein können."

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Die Vorwürfe der Frau datieren auf das Jahr 1979 zurück, Moore war damals 32-jähriger Staatsanwalt in Alabama. Er soll den Kontakt zu dem Mädchen gezielt geknüpft haben. Bei einem ersten Treffen habe er sie geküsst, sagte die heute 53-Jährige. Bei einem zweiten habe er sie und sich selbst entkleidet und sie angefasst. Als sie sich weigerte, seinen Penis zu berühren, habe er sie auf ihren Wunsch hin nach Hause gefahren.

Die Zeitung berichtet zudem von Gesprächen mit drei weiteren Frauen, die angaben, Moore habe Interesse an ihnen gezeigt, als er Anfang 30 war und sie zwischen 16 und 18 Jahren. Sie hätten die Avancen damals schmeichelhaft gefunden, und erst mit zunehmendem Alter verstörend. Moore habe sie aber nie zu sexuellen Kontakten jeglicher Art gezwungen.

Der Zeitung zufolge kennen sich die vier Frauen untereinander nicht. Sie hätten nicht den Kontakt zur "Washington Post" gesucht, sondern seien von Reportern angesprochen worden, die in Alabama recherchierten.

alr/SPON

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