Entlassener FBI-Chef Geheimdienstausschuss lädt Comey als Zeugen vor

James Comey ist entlassen, das Weiße Haus sucht einen Nachfolger. Russlands Präsident Putin zeigt sich auf Nachfrage amüsiert von dem Skandal. Die jüngsten Entwicklungen im Überblick.
James Comey

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Nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey überschlagen sich die Ereignisse in den USA. Das Weiße Haus weißt vehement Vorwürfe zurück, wonach Comeys Rauswurf mit dessen Russlandermittlungen zu tun haben soll. Die jüngsten Entwicklungen:

  • Comey soll am kommenden Dienstag im US-Senat zum Stand der Ermittlungen in der Russland-Affäre aussagen. Der Geheimdienst-Ausschuss habe Comey als Zeugen in eine nichtöffentliche Sitzung eingeladen, sagte eine Sprecherin des Ausschussvorsitzenden. Ob Comey kommt, ist noch unklar. "Wir haben ihm erst heute geschrieben", sagte der demokratische Senator Mark Warner.
  • Russlands Präsident Wladimir Putin hat Vermutungen zurückgewiesen, wonach Comeys Entlassung die russisch-amerikanischen Beziehungen beeinträchtigen könnte. "Das wird keine Auswirkungen haben", sagte er dem Sender CBS News im russischen Sotschi. "Ihre Frage kommt mir sehr lustig vor. Seien Sie mir nicht böse. Wir haben nichts damit zu tun."
  • Das Weiße Haus behauptete in einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass Donald Trump schon früh erwogen habe, James Comey zu feuern. "Seit dem Tag, an dem er gewählt wurde", habe Trump über diesen Schritt nachgedacht. Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte, der Präsident habe das Vertrauen in Comey verloren und sich vom stellvertretenden Generalstaatsanwalt und anderen beraten lassen. Comey habe viele falsche Schritte gemacht. Dabei hatte Comey im Wahlkampf FBI-Ermittlungen gegen Trumps Wahlkampfmanager wegen mutmaßlicher Russland-Verbindungen geheim gehalten und sich damit zunächst die Gunst des Kandidaten gesichert.
  • Ausgerechnet am Mittwochnachmittag traf Donald Trump sich mit Henry Kissinger, der unter Präsident Richard Nixon Außenminister war. Nixon hatte seinerzeit den damaligen Sonderermittler Archibald Cox entlassen, der wegen der Watergate-Affäre unbequem für Nixon geworden war.
  • Gleichzeitig "ermuntert" die Regierung das FBI nach Angaben ihrer Sprecher, die Ermittlungen darüber abzuschließen, ob Russland in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingegriffen hat.
  • Als vorübergehende Nachfolger für Comey hat Trump vier FBI-Kandidaten im Blick: Andrew McCabe, der nach Comeys Rauswurf zum vorläufigen Chef der Bundespolizei ernannt wurde. Paul Abbate, stellvertretender FBI-Direktor, Spezialagent Michael J. Anderson aus Chicago sowie Spezialagent Adam Lee aus Virginia. Das Justizministerium regelt das Einstellungsverfahren für den Übergangschef; Trump selbst entscheidet am Ende, wer final auf den Posten kommt.
  • Andrew McCabe wird bereits am Donnerstag erstmals anstelle von James Comey auftreten: Der Geheimdienst-Ausschuss des Senats hat zu einer Anhörung geladen.
 la/spon/AFP/reuters
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