Auch deutsche Autobauer betroffen China erhebt Sondersteuer auf Luxusautos

Goldener Ferrari in Shanghai: Luxus läuft in China - wird künftig aber etwas teurer

Goldener Ferrari in Shanghai: Luxus läuft in China - wird künftig aber etwas teurer

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Liebhaber von Luxuskarossen müssen in China künftig tiefer in die Tasche greifen. Seit diesem Donnerstag gilt eine Sondersteuer in Höhe von 10 Prozent auf alle Autos, die mehr als 1,3 Millionen Yuan (rund 178.000 Euro) kosten, wie das chinesische Finanzministerium am Mittwoch mitteilte.

Die Maßnahme begründete die Regierung mit der zunehmenden Luftverschmutzung und dem wachsenden Energieverbrauch. Sie will aber auch den überbordenden Konsum von Chinas Superreichen einschränken. Im Kampf gegen Korruption sind Luxusartikel wie teure Spirituosen oder Handtaschen schon vor Jahren ins Fadenkreuz der Regierung geraten.

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Zu den Nobelkarossen in der betroffenen Preislage gehören Marken wie Ferrari, Bentley oder Aston Martin, vereinzelt aber auch High-End-Nobelkarossen mit teurer Ausstattung von deutschen Herstellern wie Daimler, BMW oder der VW-Tochter Audi.

China für deutsche Autobauer extrem wichtig

China ist für die deutschen Autobauer ein extrem wichtiger Absatzmarkt. So schafften die deutschen Autobauer im dritten Quartal weltweit ein Absatzplus von sechs Prozent, wie eine Untersuchung von Ernst & Young ergab. In China verkauften sie sogar 19 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. "China ist derzeit der Motor der weltweiten Autokonjunktur", so Ernst & Young Partner Fuß. "Dank der Steueranreize beim Kauf kleinerer Pkw brummt der Absatz im Reich der Mitte nach einer vorherigen Schwächephase wieder". Aber die Rally dürfte nicht mehr lange dauern: "Wenn die Steuererleichterungen in China tatsächlich wie angekündigt zum Ende des Jahres auslaufen, wird es zweistellige Zuwachsraten nicht mehr geben", sagt Fuß. "Dann wird sich die Frage stellen, wo noch Wachstum herkommen soll".

Deutsche Autobauer verkaufen jedes dritte Auto in China

Dank der guten Entwicklung in China gewann das Reich der Mitte für die deutschen Autobauer im bisherigen Jahresverlauf weiter an Bedeutung: Jedes dritte Auto (33 Prozent) verkauften die deutschen Autokonzerne in China - im Gesamtjahr 2015 lag der Anteil Chinas am weltweiten Gesamtabsatz noch bei 31 Prozent, im Vorjahr bei 30 Prozent. Besonders große Bedeutung hat China für Volkswagen Börsen-Chart zeigen: Der Autobauer aus Wolfsburg verkaufte in diesem Jahr 40 Prozent seiner Neuwagen in China verkaufte (BMW: 22 Prozent; Daimler: 19 Prozent).