Griechenland Präsidentenwahl erneut gescheitert

Die Wahl eines Präsidenten in Griechenland ist auch im dritten Anlauf gescheitert. Nun stehen Neuwahlen an. Die Euro-Gegner liegen vorn - sie fordern Neuverhandlungen des Sparprogramms.
Parlament in Athen: Wie erwartet ist die Wahl eines neuen Staatspräsidenten auch im dritten Wahlgang gescheitert

Parlament in Athen: Wie erwartet ist die Wahl eines neuen Staatspräsidenten auch im dritten Wahlgang gescheitert

Foto: DPA

Athen - Der Kandidat der Regierungskoalition, der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas (73), verfehlte am Montag im Parlament die notwendige Mehrheit. Dimas bekam nur 168 Stimmen. 132 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Damit wurde die von der Verfassung erforderliche Mehrheit von 180 Stimmen für die Wahl eines Präsidenten nicht mehr erreicht.

Laut Verfassung müssen vorgezogene Parlamentswahlen bis Anfang Februar stattfinden. Dies teilte das Parlamentspräsidium mit.

Syriza fordert Schuldenschnitt

Umfragen zufolge könnte im Falle von vorgezogenen Wahlen das Linksbündnis Syriza unter seinem Chef Alexis Tsipras stärkste Kraft werden. Tsipras setzt sich für eine Neuaushandlung des griechischen Sparprogramms und einen Schuldenschnitt ein.

Anleihen unter Druck - Börse in Athen bricht ein

Griechenlands Staatsanleihen sind am Montag mit der Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen und einen möglichen Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza massiv eingebrochen. Unmittelbar nachdem der dritte und letzte Anlauf zur Wahl eines neues Staatspräsidenten gescheitert war, gerieten die Kurse unter Druck. Im Gegenzug stieg die Rendite für Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren gegen Mittag um 0,91 Prozentpunkte auf 9,12 Prozent. Die Rendite stand damit nur knapp unter dem Jahreshoch von 9,21 Prozent von Mitte Dezember.

Nach der gescheiterten Präsidentenwahl legten auch Renditen von weiteren Ländern der Eurozone spürbar zu. So stieg der Zinssatz für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien um 0,11 Prozentpunkte auf 2,00 Prozent und die Rendite für 10-jährige Papiere aus Spanien um 0,10 Prozentpunkte auf 1,70 Prozent.

Neben Staatsanleihen geriet auch Griechenlands Aktienmarkt nach der Wahlentscheidung stark unter Druck. Im Mittagshandel brach die Börse in Athen etwa zehn Prozent ein.

Auch am Frankfurter Aktienmarkt gerieten die Aktien unter Verkaufsdruck. Allerdings rutschte der Dax  nur um 0,77 Prozent auf 9845 Punkte

la/afp/dpa
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