Scharfer China-Kritiker US-Senator Rubio will Ant-Börsengang verzögern

Er gehörte schon zu den schärfsten Gegnern der chinesischen App TikTok in den USA, jetzt zieht er gegen die Alibaba-Tochter Ant Financial zu Felde: US-Senator Marco Rubio will den Rekordbörsengang verzögern - aber wie?
Marco Rubio

Marco Rubio

Foto: SCOTT MORGAN/ REUTERS

Ein einflussreicher US-Senator zieht gegen den chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba und dessen Finanzdienstleister Ant zu Felde. Die Regierung in Washington sollte ernsthaft Möglichkeiten prüfen, wie der Börsengang der Konzerntochter verzögert werden könnte, forderte der Republikaner Marco Rubio (49) am Freitag in einer an Reuters versandten Erklärung. "Es ist empörend, dass die Wall Street das offensichtliche Vorgehen der Kommunistischen Partei Chinas gegen Hongkongs Freiheit und Autonomie belohnt, indem sie den IPO der Ant Group an den Börsen in Hongkong und Shanghai orchestriert."

Es war zunächst unklar, wie die US-Regierung die Notierung eines chinesischen Unternehmens im Ausland verschieben könnte. Es wird geschätzt, dass der für diesen Monat anvisierte Ant-Börsengang  auf ein Emissionsvolumen von um die 30 Milliarden Dollar kommen könnte. Es wäre einer der größten Börsengänge aller Zeiten. Die geplante Platzierung in Hongkong wird unter anderem von den US-Banken Citigroup, JPMorgan und Morgan Stanley begleitet, auch Goldman Sachs und die Schweizer Credit Suisse sind involviert.

Ant war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Rubio ist einer der schärfsten China-Kritiker im Kongress. Unter anderem hatte er als einer der ersten eine Untersuchung der beliebten chinesischen Social-Media-App TikTok gefordert. 2016 hatte Rubio versucht, Präsidentschaftskandidat seiner Partei zu werden, war jedoch gegen den später siegreichen Donald Trump (74) gescheitert.

US-Präsident Trump liefert sich seit Jahren einen Handelskonflikt mit China. Die Beziehungen sind aber auch wegen einer ganzen Reihe von anderen Streitpunkten auf einem Tiefpunkt angelangt, etwa wegen Chinas Hongkong-Politik und dem Coronavirus, das erstmals in der Volksrepublik aufgetaucht war, bevor weltweit Infektionen gemeldet wurden.

cr/Reuters
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