Großspender im Rekordwahlkampf Diese Milliardäre haben auf Biden gesetzt - und diese auf Trump

Noch nie war ein Wahlkampf so teuer, noch nicht einmal nah dran. Hunderte Milliardäre haben sich im Hintergrund eingeschaltet - die meisten für Joe Biden, um Präsident Donald Trump loszuwerden.
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Dass der US-Wahlkampf mit mehr als 14 Milliarden Dollar zum mit Abstand teuersten der Geschichte wurde, liegt an vielen Kleinspendern - aber auch an Leuten wie ihm: Mit seiner eigenen Bewerbung als US-Präsident ist Mike Bloomberg (78) krachend gescheitert. Mehr als eine Milliarde Dollar eigenen Vermögens hat der frühere New Yorker Bürgermeister und Gründer des gleichnamigen Finanzinformationsdienstes in den Sand gesetzt. Mindestens 100 Millionen Dollar zur Unterstützung des Parteifreunds Joe Biden (77) im Wackelstaat Florida sollten ein besseres Investment sein. Zuletzt überwies Bloomberg noch den Restbetrag von 18 Millionen Dollar an die Demokratische Partei und gab damit sein eigenes Politunternehmen auf.

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Der frühere Silicon-Valley-Finanzier Tom Steyer (63) hat ebenfalls erfolglos selbst kandidiert und dafür fast 400 Millionen Dollar eingesetzt. Seit dem Sommer hat Steyer mit seiner Klimaschutz-Initiative einige Millionen-Spendengalas für Biden organisiert. Damit Biden als Präsident auch etwas bewegen kann, spendete Steyer zudem für demokratische Kandidaten, die den Republikanern die Mehrheit im Senat abnehmen können.

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Milliardäre passen nicht gut in die politische Agenda der Demokraten, und Biden warb auch nicht mit deren Unterstützung. Dennoch fand das Magazin "Forbes" 150 Milliardäre unter den Großspendern für Biden - gegenüber nur 108 für den milliardärsfreundlichen Trump. Gleich mehrfach tauchen Mitglieder der Hyatt-Hotelbesitzerfamilie Pritzker auf der Liste auf. J.B. Pritzker (55) ist als Gouverneur von Illinois der derzeit reichste politische Amtsträger in Amerika.

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LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman (53) hat gut 100 Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet - den Großteil davon aber an der Demokratischen Partei vorbei. Hoffman stieg erst als Antwort auf Trumps Wahlsieg 2016 ins politische Geschäft ein, dann aber im Silicon-Valley-Stil mit radikaler Disruption. Sein "Innovationsfonds für den Widerstand" lenkt Geldströme nach eigenem Gutdünken dorthin, wo es am meisten bringen soll, um Trump zu schlagen. Im Swing State Wisconsin hat sich die lokale Partei der Hoffman-Mission verschrieben.

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Der langjährige Google-Chef Eric Schmidt (65) zählt zu den Großspendern von Hoffmans neuem, liberalen Netzwerk, das auf Seiten der Demokraten erreichen will, was die konservativ-libertären Einflussgruppen von Multimilliardär Charles Koch und dessen verstorbenem Bruder David bei den Republikanern seit Jahrzehnten schafften. Zur Wiederwahl Trumps hat Charles Koch seine Organisation übrigens nicht einspannen lassen.

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Im Silicon Valley ist jetzt mehr Geld zu holen, vor allem für Bidens Demokraten. Der erste Ebay-Angestellte Jeff Skoll (55) spendete mehr als fünf Millionen Dollar. Mehr Einfluss genießt er als politischer Filmemacher.

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Auch Ex-Microsoft-Chef und Basketball-Clubbesitzer Steve Ballmer (64) und Ehefrau Connie Ballmer haben sich mit 7,7 Millionen Dollar in den Wahlkampf eingeschaltet - vor allem über eine Initiative für Schusswaffenkontrolle. Dazu gehören auch Spenden für Demokraten, um waffenfreundliche Republikaner aus dem Parlament zu jagen.

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Wichtigste Geldquelle für beide Parteien ist aber nach wie vor die Wall Street - und selbst hier sind die Demokraten 2020 im Vorteil, wenn auch nicht so deutlich wie an der Wall Street. Hedgefondsveteran Jim Simons (82) spendete mehr als 20 Millionen Dollar, neben einer knappen Million für Bidens Kampagne hauptsächlich an Kandidaten für den Senat.

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Hedgefondskollege George Soros (90), in vielen Ländern der Welt wegen seiner Stiftungsaktivitäten selbst Objekt des politischen Streits, fällt mit seinen 8,7 Millionen Dollar im US-Wahlkampf kaum auf. Der Großteil des Gelds geht konventionell über PAC genannte Fonds an die Demokraten, ohne dass Soros viel über die Verteilung der Mittel mitredet.

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Modedesignerin Diane von Fürstenberg (73) und Medien- und Internetunternehmer Barry Diller (78) sind ein Power-Paar der Spendensammler für die Demokraten. Aus eigener Tasche kamen 1,2 Millionen Dollar, die Hälfte davon für Biden. Kaum zu glauben: Diller hat einst den Fernsehsender Fox gegründet, dessen Ableger Fox News heute Trumps Fanbasis anheizt.

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Hollywood war schon lange vor Trump eine Bastion der Demokraten. Filmemacher Steven Spielberg (73) spendete diese Saison 4,5 Millionen Dollar, davon gut 600.000 an Biden.

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Aufseiten von Donald Trump (74) wird es zwar nicht gerade einsam, doch öffneten deutlich weniger Milliardäre ihre Scheckbücher. Besonders einer fehlt merklich auf der Spenderliste: Trump selbst. In der Spätphase des Wahlkampfs tönte der Präsident, er könne seine ins Hintertreffen geratene Kampagne auch notfalls aus eigener Tasche finanzieren - wie bei seinem Aufstieg 2016. Allerdings hat Trump offiziell gar keinen Zugriff auf sein Immobilienunternehmen, zudem häuften sich zuletzt Berichte über einen "Cash Crunch" für die Kampagne ebenso wie für das private Business.

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Ein Casinomogul tritt dem anderen (ehemaligen) Casinomogul zur Seite - gerade jetzt, da Casinos zu den schlechtesten Geschäften in der Corona-Krise zählen. Sheldon Adelson (87), der in der Vergangenheit schon öfter die Spendenliste der Republikaner anführte, sich nach der Wahlniederlage 2012 aber enttäuscht abwandte und nur noch gezielt für ein Verbot von Onlinecasinos spendete, brachte diesmal immerhin 128,5 Millionen Dollar auf, davon 1,2 Millionen Dollar für Trump.

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Blackstone-Chef Stephen Schwarzman (73) hält treu zu Donald Trump und dient ihm auch weiterhin als Berater, auch wenn der von Schwarzman geführte Wirtschaftsbeirat nach zahlreichen Rücktritten von Managerkollegen schon zu Beginn von Trumps Amtszeit wieder aufgelöst wurde. Schwarzman hat satte 28,7 Millionen Dollar in die Wahl investiert, das meiste davon für Senatoren wie Lindsey Graham.

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Bernie Marcus (91) hat sich einen Namen als Gründer der Baumarktkette The Home Depot gemacht. Sein 10,5 Millionen Dollar flossen vor allem in die engsten Senatsrennen in Staaten wie Maine oder Arizona. Könnten die Republikaner wenigstens diese Parlamentskammer halten, wäre das die größte Garantie gegen umfassende Reformen (und Steuerpläne) eines Präsidenten Biden.

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Linda McMahon (72) hat schon einmal selbst für den Senat kandidiert, aber verloren. Mehr Erfolg hat die Wrestling-Unternehmerin mit Ehemann und Trump-Freund Vince durch die Unterstützung Trumps. Der Präsident holte die Großspenderin als Verantwortliche für den Mittelstand ins Kabinett - bis sie als Leiterin eines Pro-Trump-Pac direkt in den Wahlkampf einstieg. Diesmal spendete McMahon selbst noch einmal 5,6 Millionen Dollar.

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Dass selbst Texas keine sichere Bastion der Republikaner mehr ist, irritiert Öl- und Gasunternehmer wie Kelcy Warren (55), Gründer und Chef des Pipelinekonzerns Energy Partners, dessen Board auch Ex-Energieminister Rick Perry angehört. Mit 13,3 Millionen Dollar unterstützt Warren Trump und den texanischen Senator John Cornyn.

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Im Silicon Valley, wo die Vermögen während der Trump-Ära besonders stark gewachsen sind, lassen sich reiche Unterstützer des Präsidenten nicht so leicht finden. Oracle-Gründer Larry Ellison (76) spendete noch im Oktober eine Viertelmillion Dollar für Senator Lindsey Graham aus South Carolina, der den Oracle-Deal mit der von Trump bedrängten chinesischen App TikTok orchestrieren half - auch, wenn dieser Deal schon wieder höchst fraglich ist.

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ak
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