40.000 Euro pro Soldat Kiew will Kremltruppen mit Geldgeschenk zur Aufgabe bewegen

Die Idee Moskaus, in der Ukraine als Befreier gefeiert zu werden, ging nicht auf. Nun will die Selenskyj-Regierung russische Soldaten mit Geld zur Waffenniederlegung bewegen – Codewort: "Million".
Russische Soldaten

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Konstantin Mihalchevskiy / dpa

Erst am Montag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an russische Soldaten appelliert, ihre Waffen niederzulegen. "Rettet euer Leben und geht heim", hatte Selenskyj in einer Videobotschaft gesagt. Nun legt seine Regierung nach – und hat den russischen Soldaten Straffreiheit und Geld angeboten, wenn sie sich ergeben.

"Trefft eure Wahl. Kommt ohne Waffen und mit weißer Flagge heraus", schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow in der Nacht zum Dienstag bei Facebook . Geboten werden jedem Soldaten umgerechnet mehr als 40.000 Euro. Finanziert werde die Aktion von der internationalen IT-Industrie. Wer sich ergebe, solle dabei neben der weißen Flagge das Codewort "Million" sagen.

"Jeder, der sich weigert, ein Besatzer zu sein, bringt den Frieden näher. Für diejenigen, die den Weg des Besatzers wählen, wird es keine Gnade geben!", sagte Resnikow. Ob sich ergebende Russen das Geld tatsächlich erhalten, war zunächst nicht zu überprüfen.

Ukrainischen Angaben zufolge sollen bisher mindestens 200 russische Soldaten gefangen genommen worden sein. Verhörvideos nach zu urteilen sollen sie geglaubt haben, an einem Manöver teilzunehmen – tatsächlich aber zum Kämpfen in die Ukraine geschickt worden sein.

Russland hatte am vergangenen Donnerstag ohne Kriegserklärung das Nachbarland angegriffen. Uno-Angaben zufolge wurden bereits über 400 Zivilisten getötet.

Vor der Nacht zum Dienstag hatte die russische Armee ukrainischen Angaben nach bereits mindestens 113 ballistische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Moskau dementiert vehement, ukrainische Zivilisten anzugreifen. Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew wurden bis Dienstagvormittag mehr als 5700 russische Soldaten getötet. Auch diese Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Unter angeblich zerstörter russischer Militärtechnik listete die Ukraine unterdessen etwa 29 Flugzeuge, 29 Hubschrauber und 198 Panzer auf.

mrc/dpa
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