Ukraine-Krise im Newsblog Russlands größte Fracht-Airline setzt Boeing-Flüge aus

Russlands größte Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr setzt wegen der westlichen Sanktionen alle Flüge mit Boeing-Maschinen aus.Im Kampf gegen die rapide gestiegenen Energiekosten werden in Europa Forderungen nach einem EU-weiten Preisdeckel beim Import von Gas laut. Die wichtigsten News im Überblick.
Russlands größte Frachtfluggesellschaft: Volga-Dnepr setzt alle Flüge mit Boeing-Maschinen aus

Russlands größte Frachtfluggesellschaft: Volga-Dnepr setzt alle Flüge mit Boeing-Maschinen aus

Foto: Jan Woitas / dpa

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mehrere EU-Länder wollen europaweiten Preisdeckel für Gasimporte

  • Russisches Staatsfernsehen schaltet Putin-Rede ab

  • Xi Jinping und Joe Biden wollen sich für Frieden einsetzen

  • Scholz lädt G7 zu Ukraine-Gipfel in Brüssel ein

19.00 Uhr - Italien plant die Aufnahme von 175.000 Flüchtlingen aus der Ukraine. Das geht aus einem Beschluss-Entwurf vor, den Reuters einsehen konnte. Es wird damit gerechnet, dass der Beschluss noch am Freitag vom Kabinett in Rom gefasst wird. Nach Angaben des Innenministeriums sind seit Beginn der Invasion rund 53.600 Ukrainer, darunter 27.000 Frauen und 21.600 Kinder, nach Italien geflohen.

18.45 Uhr - Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach russischen Angaben in einem Telefonat versichert, russische Truppen würden alles unternehmen, um das Leben von Zivilisten zu schonen. Nach französischen Angaben hat Macron erklärt, er sei extrem besorgt über die Lage in Mariupol. Die eingekesselte Stadt wurde in den vergangenen Tagen wiederholt beschossen. Nach russischen Angaben informierte Putin Macron darüber, wie eine Einigung mit der Ukraine aussehen könnte. Details dazu wurden nicht genannt.

18.30 Uhr - Russlands größte Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr setzt wegen der westlichen Sanktionen alle Flüge mit Boeing-Maschinen aus. Die Gesellschaft stoppt nach eigenen Angaben den Betrieb der Tochterfirmen AirBridgeCargo und Atran, die 18 Boeing-747-Maschinen und sechs Boeing-737-Maschinen nutzen. Das Unternehmen setze weiterhin russische Frachtflugzeuge ein. Russische Airlines können im Ausland geleaste Maschinen als ihr Eigentum eintragen lassen und russische Betriebslizenzen erhalten. Das sieht ein von Präsident Wladimir Putin unterzeichnetes Gesetz zur Übereignung ausländischer Leasingflugzeuge vor. Russland reagiert damit auf die Sanktionen des Westens, die Leasingfirmen verpflichten, Verträge mit russischen Airlines bis Ende März zu beenden. Das führt dazu, dass ein Großteil der Flugzeugflotten in Russland am Boden steht.

17.00 Uhr - Der Bundestag hat einer Beteiligung Deutschlands an der Nato-Operation "Sea Guardian" zur Überwachung des Mittelmeers um ein weiteres Jahr zugestimmt. Für das Mandat stimmten am Freitag 507 Abgeordnete bei 100 Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Die Obergrenze der eingesetzten Soldaten wird damit von 650 auf 550 verringert, das Einsatzgebiet vor allem auf den Mittelmeerraum außerhalb der Küstengebiete beschränkt. "Sea Guardian" soll einen Beitrag zur Bekämpfung von Terrorismus und Waffenschmuggel leisten. Dazu werden von der Nato im Mittelmeerraum Schiffe und Flugzeuge eingesetzt.

16.45 Uhr - Russlands Präsident Wladimir Putin hat der Bevölkerung seines Landes eine militärischen Erfolg in der Ukraine zugesichert. "Wir wissen, was wir zu tun haben, wie es zu tun ist und zu welchen Kosten", sagte er in einer im Fernsehen ausgestrahlten Ansprache vor zehntausenden Zuhörern im Luschniki-Olympiastadion in Moskau. "Und wir werden all unsere Pläne absolut verwirklichen." Zuvor hatte ihn Kanzler Olaf Scholz in einem Telefonat aufgefordert, sofort für einen Waffenstillstand zu sorgen. Chinas Präsident Xi Jinping erklärte im Gespräch mit seinem US-Kollegen Joe Biden chinesischen Staatsmedien zufolge, dass niemand Interesse an Konflikten wie in der Ukraine haben könne. Aus der Ukraine wurde aus etlichen Städten fortgesetzter russischer Beschuss gemeldet.

Putin sprach erneut von einer "militärischen Spezialoperation" in dem Nachbarland. Der Westen und die Ukraine selbst sprechen dagegen von einem Angriffskrieg und einer Invasion. Über die genaue Zahl der getöteten Soldaten auf beiden Seiten gibt es bisher keine verlässlichen Angaben. Die UN sprechen von mindestens 816 getöteten und 1333 verletzten Zivilisten. Die tatsächlichen Zahlen dürften sehr viel höher liegen. Die Fernsehübertragung von Putins Rede wurde kurzzeitig unterbrochen, wofür der Kreml eine technische Panne verantwortlich machte.

16.30 Uhr - Im Kampf gegen die rapide gestiegenen Energiekosten werden in Europa Forderungen nach einem EU-weiten Preisdeckel beim Import von Gas laut. Einen solchen maximalen Einkaufspreis habe er seinen EU-Amtskollegen vorgeschlagen, sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Freitag in Paris. Damit könne man in Verhandlungen mit den drei für die EU wichtigsten gasliefernden Ländern treten: Russland, Norwegen und Algerien. Noch gebe es aber Widerstand aus manchen EU-Staaten gegen die Idee, sagte Le Maire. "Das wäre ein Eingriff in den Markt, der gewissen europäischen Partnern aufstößt."

Auch Spanien, Italien, Portugal und Griechenland diskutierten im Vorfeld des Europäischen Rates Ende kommender Woche über die Idee. "Wir haben über die Wichtigkeit einer Abkoppelung des Strom-Marktes vom Gasmarkt geredet und wir haben über die Möglichkeit eines Höchstpreises auf dem Gasmarkt gesprochen", sagte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi am Freitag in Rom nach dem Treffen mit den Regierungschefs der drei anderen Länder, Pedro Sánchez (Spanien), António Costa (Portugal) und Kyriakos Mitsotakis (Griechenland). Italienischen Medienberichten zufolge liegt die Idee eines Höchstpreises von 100 Euro je Megawattstunde importierten Gases auf dem Verhandlungstisch.

16.00 Uhr - Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat an US-Präsident Joe Biden appelliert, sich gemeinsam mit der Volksrepublik für Frieden in der Welt einzusetzen. "Die Krise in der Ukraine ist etwas, das wir nicht sehen wollen», sagte Xi Jinping nach einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders CCTV am Freitag in einem Telefonat mit Biden. Als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und wichtigste Volkswirtschaften der Welt sollten beide Staaten auch «internationale Verantwortung übernehmen und Anstrengungen für Frieden und Ruhe in der Welt unternehmen». Von amerikanischer Seite gab es zunächst keine Angaben zum Verlauf des Telefonats.

15.30 Uhr - Das Bundeswirtschaftsministerium hat nach "Spiegel"-Informationen gegen den Technologiekonzern Bosch Ermittlungen auf den Weg gebracht. Es solle geklärt werden, ob das Unternehmen gegen ein Exportverbot für Güter verstieß, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bereite das Verfahren vor. Im Raum stehe ein Verstoß gegen EU-Sanktionen, die seit Russlands Annexion der Krim 2014 die Ausfuhr sogenannter Dual-Use-Güter nur unter Auflagen zulassen. Hintergrund ist der Vorwurf des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba, in russischen Militärfahrzeugen seien Komponenten von Bosch gefunden worden, wie der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe berichtet.

15.14 Uhr - Nach virtuellen Auftritten vor Abgeordneten mehrerer Länder will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am kommenden Mittwoch auch vor der französischen Nationalversammlung sprechen. "Der Krieg gegen das ukrainische Volk geht alle Völker Europas und ihre Parlamente an", erklärte die Nationalversammlung in Paris. Die geplante Rede per Videoschaltung folgt ähnlichen Auftritten vor den Abgeordneten des EU-Parlaments, des US-Kongresses, des britischen Unterhauses und zuletzt des Bundestags. Am Sonntag ist eine Rede per Video vor dem israelischen Parlament geplant.

15.00 Uhr - Die Regie des russischen Staatsfernsehens schaltet mitten in einer Rede von Präsident Wladmir Putin um auf eine andere Kamera-Einstellung, in der zu sehen ist, wie patriotische Lieder auf derselben Veranstaltung abgespielt werden. Putin war zuvor im voll besetzten Moskauer Luschniki Stadion zu sehen gewesen, in dem der achte Jahrestag der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim gefeiert wird.

14.36 Uhr - Russlands Präsident Wladimir Putin erlaubt der Zentralbank des Landes, den Umfang von Devisengeschäften mit Ausländern zu bestimmen. Dazu gehöre auch die Begrenzung von Devisenkäufen durch Ausländer in Russland, wie aus einem Erlass hervorgeht. Zudem dürfen demnach Einwohner Russlands bis zum Jahresende ohne die Erlaubnis der Zentralbank keine Anteile an Unternehmen erwerben, die nicht in Russland ansässig sind. Dem Erlass zufolge können russische Banken, die von westlichen Sanktionen getroffen werden, bis zum 1. September Deviseneinlagen an Unternehmen in Rubel gemäß dem aktuellen Wechselkurs auszahlen.

14.33 Uhr - Kurz vor einem Telefonat zwischen US-Präsident Joe Biden und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping wegen des Ukraine-Kriegs hat China einen Flugzeugträger durch die Taiwanstraße geschickt. Der Flugzeugträger "Shandong" durchfuhr am Freitag die Meerenge zwischen China und Taiwan. Ein Sprecher des Außenministieriums in Peking wollte darin keine Provokation oder einen Zusammenhang mit dem geplanten Gespräch der Präsidenten erkennen. Es handele es sich um eine routinemäßige Trainingsmission. Peking betrachtet das demokratische Taiwan als eigenes Territorium und droht mit dessen Eroberung. Die USA haben sich der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet und liefern dorthin auch Waffen

13.55 Uhr - Russland wird nach Daten von Refinitiv Eikon seine Güterzug-Lieferungen von Autogas (LPG) nach China im März verdreifachen. In diesem Monat sollen demnach etwa 72.000 Tonnen LPG ins Nachbarland geschickt werden nach 24.000 Tonnen im Februar. Üblicherweise wird der größte Teil des russischen Autogases über per Schiff nach Europa transportiert.

13.45 Uhr - Angesichts des Ukraine-Krieges hat der Autozulieferer Bosch sein Russlandgeschäft massiv eingeschränkt. Das betreffe sowohl Lieferungen in das Land als auch die dortige Fertigung, teilte der Technologiekonzern am Freitag in Gerlingen bei Stuttgart mit. Der Handel mit Ersatzteilen sei bereits zum Erliegen gekommen. Der Konzern liefere auch keine Lastwagen-Komponenten mehr in Russland und an russische Kunden. Nachdem es Hinweise gegeben habe, dass Bosch-Teile missbräuchlich "in nicht-zivilen Anwendungen" verbaut worden seien, laufe eine Überprüfung.

13.30 Uhr - Die Ukraine will nach eigenen Angaben in den Verhandlungen mit Russland ihren Antrag auf Beitritt zur Europäischen Union nicht aufgeben. Man werde nicht darauf verzichten, um einen Kompromisses als Teil einer Vereinbarung mit Russland zur Beendigung des Krieges zu erreichen, sagt der stellvertretende Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Andrij Sybiha. "Ich werde kategorisch sagen, dass dies absolut inakzeptabel ist. Es ist unsere Entscheidung, der Antrag auf EU-Mitgliedschaft wurde eingereicht und wird nun in die Tat umgesetzt", sagt Sybiha im ukrainischen Fernsehen. Die Verhandlungen mit Russland seien im Gange, aber schwierig, ergänzt er.

13.00 Uhr - In Kiew sind nach Angaben der Hauptstadtverwaltung seit Beginn des Krieges 222 Menschen getötet worden. 889 weitere Menschen seien zudem verletzt worden.

12.45 Uhr - Wirtschaftsminister Robert Habeck nimmt nach Angaben einer Ministeriumssprecherin 22 Unternehmensvertreter mit auf seine Reise nach Katar. Viele seien aus dem Energiebereich. Ein wichtiges Thema der Reise am Wochenende soll die mögliche Lieferung von Flüssiggas nach Deutschland sein.

11.45 Uhr - In Deutschland sind bislang mehr als 197.000 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert worden. Dies teilt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagt beim Besuch eines Ankunftszentrums in Berlin, sie arbeite "engstens mit den Ländern und Kommunen zusammen, um schnell für Entlastung und Verteilung zu sorgen".

Die deutsche G7-Präsidentschaft hat für kommenden Donnerstag zu einem G7-Gipfel in Brüssel eingeladen. Das kündigt eine Regierungssprecherin an. Am Donnerstag finden in Brüssel auch ein Nato- und ein EU-Gipfel statt.

Die russische Zentralbank belässt nach der massiven Zinserhöhung Ende Februar diesmal den Leitzins unverändert. Die mit Sanktionen belegte Notenbank behält auf ihrer Zinssitzung den Schlüsselsatz zur Versorgung der Finanzinstitute mit Geld bei 20 Prozent. Die Währungshüter hatten den Leitzins wenige Tage nach der russischen Invasion der Ukraine unter dem Eindruck der Sanktionen des Westens von 9,5 Prozent auf 20 Prozent erhöht.

11.30 Uhr - Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen WFP warnt, die Lieferkette bei Lebensmitteln in der Ukraine bricht zusammen. Zahlreiche Infrastrukturen seien zerstört, Geschäfte und Lagerhäuser leer. Besonders bedrohlich sei die Lage in eingekesselten Städten wie Mariupol, sagt der WFP-Koordinator für die Ukraine, Jakob Kern. Konvois des Programms seien nicht in der Lage, in die Stadt zu gelangen.

10.45 Uhr - Der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Olaf Scholz haben russischen Nachrichtenagenturen zufolge am Telefon über das Thema Ukraine gesprochen. Das melden RIA, Interfax und Tass. Putin habe Scholz gesagt, dass die Ukraine versuche, die Gespräche mit Russland zu verlangsamen. Die Regierung in Kiew habe unrealistische Vorschläge unterbreitet. Die russische Führung sei bereit, nach Lösungen zu suchen, die ihren grundsätzlichen Einstellungen entsprechen.

10.15 Uhr - Polen will seine Wirtschaft von Russland unabhängiger machen. Man werde versuchen, sie zu "entrussifizieren", sagt Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Dazu sollten neue Pipelines gebaut werden. Morawiecki kündigt zudem Maßnahmen an, um dem Anstieg der Lebensmittelpreise zu begegnen. Bauern sollen für die höheren Düngerpreise entschädigt werden.

10.00 Uhr - Die britische Medienaufsicht Ofcom entzieht dem russischen Fernsehsender RT mit sofortiger Wirkung die Sendelizenz. Ofcom-Chefin Dame Melanie Dawes erklärt, man sei nicht überzeugt, dass RT ein verantwortungsvoller Sender sei. "Die Meinungsfreiheit ist etwas, das wir in diesem Land streng schützen, und die Messlatte für Maßnahmen gegenüber Rundfunkanstalten liegt zu Recht sehr hoch." Nach einem unabhängigen Regulierungsverfahren sei die Behörde aber zu dem Schluss gekommen, dass RT nicht geeignet sei, eine Lizenz im Vereinigten Königreich zu besitzen.

09.45 Uhr - Norwegen bereitet sich auf die Aufnahme von bis zu 100.000 Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. Derzeit rechne die Regierung mit rund 30.000 Flüchtlingen aus der Ukraine in diesem Jahr, sagt Ministerpräsident Jonas Gahr Störe im Parlament in Oslo. Bislang zählt Norwegen rund 2000 Flüchtlinge aus der Ukraine. Insgesamt sind laut den Vereinten Nationen bislang etwa 3,2 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet, die meisten nach Polen und andere Nachbarländer.

08.30 Uhr - Die ukrainische Regierung hofft nach eigenen Angaben, heute neun Fluchtkorridore einrichten zu können, um Zivilisten aus umkämpften Städten zu bringen. Dies teilt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk mit.

07.45 Uhr - Russland hat einem heimischen Medienbericht zufolge eine Flugverbotszone über die ostukrainische Donbass-Region verhängt. Dies meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Vertreter der dortigen Separatistenregion Donezk.

07.15 Uhr - Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Bürgermeisters von Lwiw (Lemberg) das Flughafengelände der westukrainischen Stadt nahe der Grenze zu Polen angegriffen. "Raketen haben das Flughafengelände von Lwiw getroffen", schrieb Bürgermeister Andrij Sadowy am Freitagmorgen auf Facebook. Der Angriff habe den Airport nicht direkt getroffen, sondern ein Werk für Flugzeugwartungen. Über dem Gebiet stieg eine dichte Rauchwolke auf, wie ein AFP-Reporter berichtete. Krankenwagen und Polizeifahrzeuge machten sich auf den Weg zum Ort des Angriffes. Zeugen berichteten von einer heftigen Explosion. Die Großstadt Lwiw war bislang weitestgehend von den Kämpfen in der Ukraine verschont geblieben.

07.00 Uhr - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schließt aus, dass sich das Militärbündnis aktiv in den Ukraine-Krieg einschaltet. In einem Zeitungsinterview sagt Stoltenberg, er verstehe den Frust des ukrainischen Präsidenten. "Aber die Nato wird keine Kriegspartei werden." Stoltenberg betont, die "Invasion war Putins größter Fehler. Er hat den Mut der Ukrainer und die Einheit und Stärke der Nato komplett unterschätzt." Die Nato unterstütze die Ukraine in zahlreichen kritischen Aspekten. Man erlaube Mitgliedsstaaten, Waffen zu liefern, spreche sich vehement für Sanktionen aus und trainiere seit Jahren die ukrainische Armee. Mit Bundeskanzler Olaf Scholz sei sich Stoltenberg überdies einig, dass es zu keiner weiteren Eskalation des Kriegs kommen dürfe. Auch gäbe es eine direkte Kommunikationslinie zwischen Nato-Kommandeuren und dem russischen Militär, sagte Stoltenberg. Diese diene dazu, um einen versehentlichen Atomkrieg zu verhindern. Diese würde sofort genutzt, wenn nötig

06.30 Uhr - US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping werden heute um 14 Uhr deutscher Zeit miteinander telefonieren, um über den Krieg in der Ukraine zu sprechen. US-Außenminister Antony Blinken zufolge wollen die USA deutlich machen, dass China die Verantwortung für alle Maßnahmen trage, die es zur Unterstützung der russischen Aggression ergreife. "Wir sind besorgt, dass China erwägt, Russland direkt mit militärischer Ausrüstung für den Einsatz in der Ukraine zu unterstützen", so Blinken. China hat solche Pläne bisher dementiert. Washington ist auch besorgt darüber, dass China Russland dabei helfen könnte, die von den westlichen Staaten verhängten Wirtschaftssanktionen zu umgehen.

06.15 Uhr - Der Mutterkonzern der Fast-Food-Kette Burger King will angesichts des Kriegs gegen die Ukraine sein Geschäft in Russland aufgeben. Allerdings dürfte dies aufgrund der dortigen Franchise-Partner ein schwieriges Unterfangen werden, teilte Restaurant Brands International (RBI) am Donnerstag mit. Der Rückzug aus dem Land sei geplant, werde aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Grund, dass die rund 800 Filialen geöffnet blieben, seien die vom Geschäftsmann Alexander Kolobov kontrollierten Franchise-Partner. RBI halte nur 15 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen in Russland.

06.00 Uhr - Japan will weitere Sanktionen gegen 15 russische Einzelpersonen und neun Organisationen verhängen. Darunter soll auch der staatliche Waffenexporteur Rosoboronexport fallen. Australien verhängt weitere Sanktionen gegen das russische Finanzministerium und elf weitere Banken und Regierungsorganisationen. "Mit der kürzlich erfolgten Einbeziehung der russischen Zentralbank hat Australien nun alle russischen Regierungsstellen ins Visier genommen, die für die Emission und Verwaltung der russischen Staatsschulden verantwortlich sind", erklärt Außenministerin Marise Payne.

Mit DPA und Reuters