Ukraine-Konflikt G7 drohen Russland mit harten Sanktionen

Die sieben führenden Industrienationen drohen Russland bei einem Angriff auf die Ukraine mit umfangreichen Sanktionen. Diese sollen "sofortige und massive Auswirkungen" auf die Wirtschaft des Landes haben.
Russisches Außenministerium in Moskau: Es drohen harte wirtschaftliche Sanktionen

Russisches Außenministerium in Moskau: Es drohen harte wirtschaftliche Sanktionen

Foto: MAXIM SHIPENKOV / EPA

Im Falle eines Angriffs Russlands auf die Ukraine würde es eine schnelle, abgestimmte und kraftvolle Antwort geben, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung der G7-Finanzminister. In der Gruppe der sieben führenden Industrienationen, zu der Frankreich, Großbritannien, Italien, die USA, Kanada und Japan gehören, hat dieses Jahr Deutschland die Präsidentschaft inne.

Vorgesehen seien demnach sowohl wirtschaftliche als auch finanzielle Sanktionen gegen Russland, die sofortige und massive Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes hätten. Die G7-Gruppe werde den Ukraine-Konflikt weiter genau beobachten. Priorität hätten jedoch sämtliche Maßnahmen, die die Lage entschärfen könnten.

"Es kommt nicht oft vor, dass die G7 sich zu aktuellen diplomatischen Fragen äußern", sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) in Berlin. "Jetzt ist es erforderlich." Die Finanzminister würden ihren Beitrag leisten und der Ukraine helfen. "Die finanzielle Stabilität werden wir sicherstellen."

Der Aufmarsch russischer Truppen an der ukrainischen Grenze sei ein Grund zu großer Sorge, hieß es in der Erklärung. Ziel der G7 sei es, die Unabhängigkeit der Ukraine zu gewähren sowie die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu erhalten. Seit 2014 seien bereits internationale Hilfen von zusammen mehr als 48 Milliarden Dollar zugunsten der Ukraine zur Verfügung gestellt worden.

Stark abhängig vom Export fossiler Brennstoffe

Mögliche neue Sanktionen würden zu den bereits existierenden dazukommen, die von den westlichen Staaten zur Annexion der Krim eingeführt wurden. "Wegen dieser Sanktionen hat die russische Wirtschaft ein verlorenes Jahrzehnt erlebt", analysieren die Experten des wirtschaftswissenschaftlichen Think-Tanks Bruegel mit Sitz in Brüssel.

Demnach habe Russland zwischenzeitlich zwar Reserven aufgebaut und seine Abhängigkeit vom Dollar reduzieren können, die Wirtschaft des Landes bleibe aber weiterhin stark abhängig von Exporten fossiler Brennstoffe, vor allem in die Europäische Union.

Die Brüsseler Ökonomen mahnen in einem Blogbeitrag  gleichzeitig an, dass auch verschiedene EU-Länder Nachteile durch die derzeit diskutierten Sanktionen erleiden könnten. Die EU solle daher Unterstützungsmaßnahmen für die hier am stärksten betroffenen Länder entwickeln, um mögliche Sanktionen gegen Russland glaubwürdiger zu machen.

hr/Reuters
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