Merkel besucht Unwetterregion "Surreale, gespenstische Situation"

Nach den heftigen Überschwemmungen im Westen Deutschlands hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die betroffenen Gebiete besucht und Hilfe versprochen.
Im Gespräch mit Helfern: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Im Gespräch mit Helfern: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Foto: Christof Stache / dpa

Nach den verheerenden Unwettern in Westdeutschland hat sich Kanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch im Katastrophengebiet erschüttert gezeigt und schnelle Hilfen versprochen. Es herrsche eine "surreale, gespenstische Situation", sagte die CDU-Politikerin am Sonntag nach einem Rundgang durch die Eifelgemeinde Schuld, wo die Fluten Trümmerberge und zerstörte Häuser hinterließen. "Die deutsche Sprache kennt kaum ein Wort für die Verwüstungen, die hier angerichtet wurden.» Anschließend besuchte sie mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den nahe gelegenen Ort Adenau, der ebenfalls schwer getroffen wurde.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer in Deutschland stieg am Wochenende auf fast 160. Während die Wassermassen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vielerorts zurückgingen und Aufräumarbeiten laufen, verursachten heftige Regenfälle in Südostbayern, in der Sächsischen Schweiz und in Österreich weitere Überschwemmungen und Erdrutsche. Sie hatten zwar nicht die Ausmaße wie im Westen - doch war die Lage in Bayern am Sonntag weiterhin angespannt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach am Samstag bei einem Besuch in Erftstadt bei Köln von Schäden, "die unsere Vorstellungskraft übersteigen". Er informierte sich zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über die Lage. Auch Laschet versprach Direkthilfe. Das Geld solle "sehr unbürokratisch" ausgezahlt werden. In einer TV-Ansprache am Sonntag bezeichnete Laschet einen im Hochwasser ums Leben gekommenen Feuerwehrmann als Helden. Er stehe stellvertretend für die Tausenden, die Leib und Leben riskieren, sagte Laschet im WDR. Der Helfer war in Altena nach der Rettung eines Mannes ins Wasser gestürzt und ertrunken.

Die Hochwasserkatastrophe ist die schwerste in Deutschland seit Jahrzehnten. Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, in dem auch Schuld und Adenau liegen, sind nach Polizeiangaben 110 Todesopfer zu beklagen, während die Zahl in NRW auf 46 stieg. Zudem kam mindestens ein Mensch in Oberbayern ums Leben.

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oho/dpa
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