Ifo-Index zeigt überraschenden Dämpfer Stimmung in deutschen Unternehmen trübt sich wieder ein

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im Juli überraschend wieder eingetrübt. Trotz eines rasanten Wachstums sorgen sich Unternehmen um Lieferengpässe sowie um die Delta-Variante.
Maschinenbau: Sorge um Lieferengpässe

Maschinenbau: Sorge um Lieferengpässe

Foto: Uwe Anspach / DPA

Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in deutschen Unternehmen misst, ist im Juni auf 100,8 Punkte von 101,7 Zählern gesunken, teilte das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag mit. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 102,1 Punkte gerechnet. "Lieferengpässe bei Vorprodukten und Sorgen um wieder steigende Infektionszahlen belasten die deutsche Wirtschaft", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Manager beurteilten ihre Lage zwar etwas besser als zuletzt. Die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate wurden hingegen weniger optimistisch bewertet.

Das Institut IHS Markit hatte in seiner Umfrage unter Hunderten Firmen zuletzt ein Rekordwachstum der deutschen Wirtschaft ermittelt. Ökonomen erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 2,0 Prozent zugelegt hat. Laut Bundesbank dürfte sich das Wachstumstempo im Sommer noch beschleunigen, sodass die Wirtschaft im laufenden dritten Quartal ihr Vorkrisenniveau erreichen kann. Zu Jahresbeginn war das BIP Corona-bedingt um 1,8 Prozent geschrumpft.

"Mit Rückschlägen ist jederzeit zu rechnen"

"Der überraschende Fall des Geschäftsklimas dürfte auf die wieder steigenden Infektionszahlen und die anhaltenden Lieferengpässen in manchen Bereichen zurückzuführen sein", sagte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. "Die Zahl zeigt, dass es wohl weiter aufwärtsgehen dürfte, aber vielleicht nicht so schnell wie gedacht. Und mit Rückschlägen ist jederzeit zu rechnen" Alextander Krüger von Bankhaus Lampe ergänzte: "Die Stimmungseintrübung geht größtenteils wohl auf anhaltende Beschaffungsprobleme und neue Virusmutationen zurück. Dies zeigt sich ganz klar an den Geschäftserwartungen. Vom Geschäftsklima geht aber weiter ein Wachstumssignal aus. Dieses hat aber nur dann einen Wert, wenn es sich endlich in die realen Daten überträgt."

la/reuters
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