Neue Bundesregierung Weiblicher, jünger, größer

Als letzte der drei Ampelparteien hat nun auch die SPD über die Ministerposten entschieden. Zudem haben die Mitglieder der Grünen dem Koalitionsvertrag zugestimmt. Der neuen Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP steht somit nichts mehr im Wege.
Mehr Frauen als Männer: Das sind die neuen SPD-Minister im Kabinett

Mehr Frauen als Männer: Das sind die neuen SPD-Minister im Kabinett

Foto: Michael Kappeler / dpa

Als letzte der drei Ampel-Parteien hat nun auch die SPD bekannt gegeben, wer welchen Ministerposten bekommen soll. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (63) schlug am Montag in Berlin vier Frauen und drei Männer für die Ämter vor.

Neue Innenministerin soll demnach die hessische Politikerin Nancy Faeser (51) werden. Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (58) soll neuer Gesundheitsminister werden. Das Ressort für Arbeit und Soziales soll erneut Amtsinhaber Hubertus Heil (49) übernehmen. Das neue Bauministerium soll die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz (45) leiten. Das Verteidigungsressort soll Justiz- und Familienministerin Christine Lambrecht (56) übernehmen. Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll Svenja Schulze (53) werden. Kanzleramtsminister soll Wolfgang Schmidt (51) werden.

Fotostrecke

Das Ampelkabinett

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Damit werden der neuen Bundesregierung von SPD, Grünen und FDP erneut mehr Männer als Frauen angehören, nämlich neun Männer und acht Frauen. Die FDP hat bereits drei Männer und eine Frau für die Regierung nominiert, die Grünen drei Frauen und zwei Männer.

Die Grünen besetzen das Außenministerium (Annalena Baerbock), das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (Vizekanzler Robert Habeck), das Familienministerium (Anne Spiegel), das Umweltressort (Steffi Lemke) und das Agrarministerium (Cem Özdemir). Die FDP stellt den Finanzminister (Christian Lindner), den Verkehrsminister (Volker Wissing), den Justizminister (Marco Buschmann) und die Bildungsministerin (Bettina Stark-Watzinger). Das neue Bundeskabinett soll nach der für Mittwoch geplanten Wahl des neuen Bundeskanzlers vereidigt werden.

Als letzte der drei Parteien haben am Montag auch die Grünen den Weg freigemacht für die Bildung der ersten Ampel-Koalition im Bund. In einer Urabstimmung unterstützten rund 86 Prozent der rund 125.000 Mitglieder den Koalitionsvertrag mit SPD und FDP, wie Bundesgeschäftsführer Michael Kellner mitteilte.

Mehr Frauen im Kabinett

Mit dieser Verteilung ist der Frauenanteil zwar so hoch wie noch nie zu Beginn einer Wahlperiode. Trotzdem hat Scholz es nicht geschafft, eine Regierung mit mindestens genauso vielen Frauen wie Männer zu bilden. "Ein von mir als Bundeskanzler geführtes Kabinett ist mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt", hatte Scholz schon lange vor der Bundestagswahl versprochen. Um auf die Parität zu kommen, zählt er sich nun selbst nicht mit. "Die Parität ist mir wichtig, deswegen werden von 16 Ministerinnen und Ministern acht Männer und acht Frauen sein", sagte er bei der Vorstellung des SPD-Ministerteams. "Und selbstverständlich wird es dann noch einen Bundeskanzler geben, der für alle gemeinsam zuständig ist."

Das Durchschnittsalter des Kanzlers und seiner 16 Ressortchefs liegt bei 50,4 Jahren. Damit ist die neue Regierung jünger als jede der vier Regierungen unter Kanzlerin Angela Merkel (67) bei ihrem Amtsantritt. Ihre letzte Regierung war 2018 im Durchschnitt 51,2 Jahre alt. Die jüngsten Ministerinnen sind Annalena Baerbock und Anne Spiegel von den Grünen mit 40, der Senior im Kabinett ist der Chef Scholz selbst mit 63.

Nur zwei Ostdeutsche, ein Minister mit türkischen Wurzeln

Die neue Regierung ist zudem größer als bisher. Durch das neu geschaffene Bauministerium wächst sie von 16 auf 17 Mitglieder. Davon sind nur vier bereits jetzt in der Regierung. Und nur einer von diesen Vieren bleibt auf seinem Posten.

Unterrepräsentiert sind in der neuen Regierung die gebürtigen Ostdeutschen. Von den 17 Kabinettsmitgliedern sind nur zwei in Ostdeutschland aufgewachsen: Steffi Lemke und Klara Geywitz. Es gibt aber auch noch zugezogene Ostdeutsche wie Scholz und Annalena Baerbock, die beide in Potsdam leben und dort ihren Wahlkreis haben. Mit Cem Özdemir soll es zudem erstmals einen Minister mit türkischen Wurzeln geben.

mg/dpa-afx