Corona-Infektionen Sieben-Tage-Inzidenz geht marginal zurück

Die vierte Welle der Corona-Pandemie ebbt weiter nicht ab. Am Sonntag veröffentlichte das Robert Koch-Institut einmal mehr besorgniserregende Zahlen.
Ein Mann erhält eine Impfung: Die Lage in der Corona-Pandemie hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft

Ein Mann erhält eine Impfung: Die Lage in der Corona-Pandemie hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft

Foto: Bodo Schackow / dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Ansteckungen in Deutschland ist wieder leicht gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag einen Wert von 439,2 nach 442,7 am Samstag. Zudem registrierte das RKI 42.055 Neuinfektionen. Das sind 2346 Fälle weniger als vor einer Woche. 94 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Damit stieg die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 103.040. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Deutschland erhöhte sich laut RKI auf 972.500. Die Zahl der Corona-Intensiv-Patienten war zuletzt weiter auf 4805 gestiegen. Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Freitag gewarnt, die Lage auf den Intensivstationen werde wahrscheinlich "rund um Weihnachten ihren traurigen Höhepunkt erreichen".

Ob die weitgehende Stagnation bei den Neuinfektionen und der Inzidenz in den vergangenen Tagen auf ein Abflachen der Pandemie-Welle hinweist oder eine zunehmend fehlerhafte Erfassung der Daten, ist unklar. Ärztevertreter verweisen darauf, dass überforderte Gesundheitsämter teilweise die tagesaktuelle Eingabe der Positivtests nicht mehr bewältigten. Zudem gibt es Berichte über Verzögerungen bei den Testauswertungen in den Laboren. Möglicherweise greifen aber auch bereits erste in den Ländern verhängte Corona-Maßnahmen. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt erklärt, es sei "viel zu früh" von einer Trendumkehr zu sprechen. Denn die derzeitigen Zahlen seien nicht wirklich belastbar, es gebe wahrscheinlich zwei bis dreimal so viele Neuinfektionen wie registriert.

Die höchste Inzidenz unter den Bundesländern weist dem RKI zufolge weiter Sachsen auf: Hier sank sie leicht auf 1227,1. Dann folgen Thüringen mit 1036,7, Sachsen-Anhalt mit 841,3 und Brandenburg mit 646,9. In Bayern ging die Inzidenz weiter leicht auf 529,6 zurück. In allen fünf Bundesländern ist die Impfquote unterdurchschnittlich. Die niedrigste Inzidenz gibt es weiter in Schleswig-Holstein, wo der Wert auf 142,1 sank. Nur noch zwei Landkreise liegen unter einem Wert von 100, die höchste Inzidenz weist der Landkreis Mittelsachsen auf, hier stieg er auf 2208,5.

cr/dpa-afx
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