Keine Unterstützung für US-Präsidenten Trump-Buddy Peter Thiel glaubt nicht an dessen Wiederwahl

2016 trommelte Peter Thiel noch lautstark für den später siegreichen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Vier Jahre später hält sich der Tech-Investor merklich zurück - offenbar aus Sorge, später als Verlierer dazustehen.
Peter Thiel: Der deutschstämmige Investor und Trump-Fanboy glaubt nicht mehr an einen Wahlsieg des amtierenden Präsidenten

Peter Thiel: Der deutschstämmige Investor und Trump-Fanboy glaubt nicht mehr an einen Wahlsieg des amtierenden Präsidenten

Foto: AFP

Er war einer der engagiertesten Unterstützer Donald Trumps (74) in dessen Wahlkampf 2016, hielt auf dem Konvent der Partei der Republikaner seinerzeit eine engagierte Rede für den Immobilienunternehmer mit Ambitionen auf das Weiße Haus und blieb ihm auch nach dessen Wahlsieg lange treu: Der deutschstämmige Tech-Investor Peter Thiel (52) ist der wohl bekannteste Trump-Fan in der Tech-Branche. Beim kommenden Urnengang im November allerdings will Thiel dem US-Präsidenten zwar Berichten zufolge erneut seine Stimme geben. Öffentlich unterstützen jedoch, so berichtet jetzt das "Wall Street Journal ", wolle Thiel Trump im diesjährigen Wahlkampf nicht mehr.

Der Zeitung zufolge sagte Thiel dies zu Freunden und Partnern im privaten Kreis. Besonders bemerkenswert erscheint dabei Thiels Begründung: Der Milliardär und Mitgründer des US-Zahlungsabwicklers PayPal  hat offenbar Sorge, er könne im November auf der Seite des Verlierers stehen. Thiel scheint also sein Image wichtiger zu sein als seine politische Überzeugung.

Laut "Wall Street Journal" glaubt Thiel, dass sich die US-Wirtschaft im November, wenn in den USA gewählt wird, nach wie vor in einem kritischen Zustand befinden dürfte. Er befürchte ein "tiefe Rezession" mit zweistelligen Arbeitslosenraten, so die Zeitung. Jeder amtierende Präsident hätte unter solchen Umständen einen erheblichen Nachteil gegenüber seinem Herausforderer, so Thiel.

Folge: Thiel wolle dieses Mal nicht auf dem Parteitag der Republikaner, der im August stattfinden soll, sprechen. Auch Gelder hat er für Trumps aktuelle Kampagne bislang laut "WSJ" nicht gespendet. Ebenso wenig seien irgendwelche Spenden in diese Richtung für die kommenden Monate geplant. 2016 hatte Thiel noch insgesamt 1,25 Millionen Dollar an Trumps Wahlkampfkasse und damit verbundene Gruppen überwiesen.

Kein öffentlicher Bruch mit Trump

Völlig überraschend kommt Thiels Zurückhaltung gegenüber Trump kaum. Medien berichteten bereits, der Venture-Capital-Milliardär sei unzufrieden mit der Art und Weise, wie der US-Präsident die Corona-Krise in den USA manage. Zudem wurden schon früh während Trumps Amtszeit kritische Aussagen Thiels publik. Zwar lobte dieser den Start des Präsidenten in seine Amtszeit als "grandios" ("terrific"). Zu Vertrauten soll Thiel jedoch schon 2017 gesagt haben, die Chancen stünden 50 zu 50, dass Trumps Regierung in einem Desaster Ende .

Andererseits: An einem öffentlichen Bruch mit Trump hat Thiel offenbar ebenfalls kein Interesse. Er sähe darin keinen Vorteil, so Thiel laut "WSJ". Immerhin hat er das Trump-Lager noch 2018 zu den "Midterm"-Wahlen in den USA finanziell unterstützt. Im vergangenen Jahr traf sich Thiel zudem mit Trump und Facebook-Chef Mark Zuckerberg (36) im Weißen Haus zum privaten Dinner.

Zudem sieht Thiel offenbar kaum eine Alternative zum amtierenden US-Präsidenten. Joe Biden (77) jedenfalls, der designierte Herausforderer Trumps vonseiten der Partei der Demokraten, kommt für ihn offenbar nicht infrage. Thiel halte Biden für eine uninspirierte Wahl, zudem zu eng verbunden mit traditionellem liberalem Denken.

Dass Thiel linke Ansichten kaum schätzt, ist spätestens seit seinem Umzug aus der "Bay Area" San Franciscos nach Los Angeles im Jahr 2018 bekannt. Grund dafür war seinerzeit Berichten zufolge vor allem, dass Thiels Unterstützung für Trump in der eher links-orientierten Tech-Szene des Silicon Valleys keineswegs gut ankam.

cr
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