Trotz China-Aufschwungs Internationale Energieagentur rechnet mit Ölüberschuss

Die trüben Aussichten für die Weltwirtschaft schlagen sich am Ölmarkt nieder: Trotz anstehender Erholung in China wird es in den kommenden Monaten weltweit ein Überangebot an Öl geben, sagt die Internationale Energieagentur.
Ölförderung in China: Laut IEA wird der Nachfrageanstieg in China nicht ausreichen, um den Ölmarkt auszugleichen

Ölförderung in China: Laut IEA wird der Nachfrageanstieg in China nicht ausreichen, um den Ölmarkt auszugleichen

Foto: STRINGER SHANGHAI/ REUTERS

Die Ölpreise als Indikator der Weltkonjunktur stehen seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise besonders stark im Fokus. Unmittelbar nach Kriegsbeginn waren die Preise in die Höhe geschossen, inzwischen haben sie sich aufgrund weltweit schlechter Wirtschaftsaussichten wieder auf einem deutlich niedrigeren Niveau eingefunden.

Momentaufnahme am Mittwoch: Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) legte zu und beträgt jetzt 83,30 Dollar je Barrel (159 Liter). Wie das Opec-Sekretariat am Mittwoch in Wien mitteilte, lag der Preis damit 1,05 Dollar je Barrel über dem Wert des Vortages. Die Opec berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

Generell könnte der Preis demnächst jedoch weiter abwärts tendieren. Der Grund: Der weltweite Ölmarkt wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) zu Jahresbeginn einen deutlichen Überschuss an Rohöl ausweisen. Obwohl sich China von der Null-Covid-Strategie und den damit verbundenen harten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verabschiedet habe, dürfte der Überschuss in den ersten drei Monaten des Jahres etwa eine Million Barrel (je 159 Liter) pro Tag betragen, wie aus dem am Mittwoch in Paris veröffentlichten Monatsbericht des Interessenverbands führender Industriestaaten hervorgeht.

Zwar haben die Experten der IEA die Nachfrageprognose für China nach der Änderung der Corona-Politik leicht angehoben. Allerdings sei in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt erst im zweiten Quartal und damit im Frühjahr mit einem stärkeren Wachstum der Nachfrage nach Rohöl zu rechnen. Die Wintermonate dürften hingegen noch "herausfordernd" sein, hieß es weiter im Monatsbericht.

In Russland geht die IEA nach dem Ölembargo der Europäischen Union von einem Rückgang der Ölexporte aus. Diese dürften im Dezember auf das niedrigste Niveau des Jahres 2022 gefallen sein, wie es weiter im Bericht heißt. Nach Einschätzung des Verbands hat Russland aus dem Verkauf von Rohöl und Treibstoffen im Dezember einen Erlös von 12,6 Milliarden US-Dollar erzielt und damit deutlich weniger als im November. Im Verlauf des vergangenen Jahres konnte Russland aber durch die höheren Preise insgesamt einen deutlichen Anstieg der Erlöse erzielen.

Für das erste Quartal des laufenden Jahres geht die IEA von einer globalen Nachfrage nach Rohöl von durchschnittlich 99,6 Millionen Barrel pro Tag aus. Die Nachfrage dürfte dann im Lauf des Jahres zulegen und Ende des Jahres ein tägliches Volumen von 103,5 Millionen Barrel erreichen.

cr/dpa
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