Ukraine-Konflikt G7-Staaten wollen Preis für russisches Öl deckeln

Von den Turbulenzen, die infolge des Ukraine-Krieges an den Energiemärkten entstanden sind, profitiert vor allem Rohstofflieferant Russland. Um dies zu unterbinden, wollen die G7-Staaten nun eine Obergrenze für russisches Öl etablieren.
Russische Erdöltanks: Russland macht mit seinem Öl gute Geschäfte – zum Unmut des Westens

Russische Erdöltanks: Russland macht mit seinem Öl gute Geschäfte – zum Unmut des Westens

Foto: Stringer / dpa

Wegen des Ukraine-Krieges wollen die G7-Staaten weltweit eine Preisobergrenze für russische Öllieferungen durchsetzen. Es solle eine "breite Koalition" von Staaten gebildet werden, um die Maßnahme "dringend" umzusetzen, heißt es in einer nach Beratungen der G7-Finanzminister in Berlin veröffentlichten Erklärung. Damit sollten Russlands Möglichkeiten beschränkt werden, den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren, und der weltweite Anstieg der Energiepreise eingedämmt werden. Der Kreml warnte für den Fall einer Preisobergrenze vor einer "Destabilisierung" des Marktes.

Die USA hatten die Strafmaßnahme gegen Russland beim G7-Gipfel im Juni auf Schloss Elmau in Bayern vorgeschlagen. Die Umsetzung gilt als schwierig, weil sie eigentlich auch eine Unterstützung von Großabnehmern russischen Öls wie China und Indien voraussetzt. Konkret soll der Preisdeckel über ein Verbot von Dienstleistungen wie Versicherungen für Öl-Transporte per Schiff durchgesetzt werden. Sie dürften dann nur noch stattfinden, wenn das transportierte Öl unterhalb einer vorher festgelegten Preisobergrenze verkauft wird.

Russland profitiere "ökonomisch von den kriegsbedingten Unsicherheiten an den Energiemärkten", sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) in Berlin. Das Land erziele "gegenwärtig hohe Gewinne aus dem Export von Rohstoffen wie Öl, und dem wollen wir entschieden entgegentreten".

"Gleichzeitig wollen wir den Anstieg globaler Energiepreise eindämmen", sagte Lindner. Davon könnten insbesondere auch Staaten profitieren, "die sonst die gestiegenen Preise in Dollar kaum zahlen könnten".

Unmittelbar vor der Bekanntgabe der G7-Erklärung hatte sich Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten zu einer Obergrenze für russisches Öl geäußert. "Wir können eines mit Sicherheit sagen: Die Annahme einer solchen Entscheidung würde zu einer erheblichen Destabilisierung der Ölmärkte führen", sagte Peskow vor Journalisten.

Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz in der Gruppe der sieben großen Industriestaaten (G7) inne, zu der neben den USA auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada gehören.

cr/afp
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