Nord Stream 1 Habeck glaubt nicht an Pipeline-Wiederstart

Wirtschaftsminister Habeck glaubt nicht an ein baldiges Ende des russischen Gasstopps und hält die Begründung Gazproms für vorgeschoben. Der russische Konzern versucht den Schwarzen Peter indes an Siemens Energy zu schieben – doch von dort kommt ebenfalls Widerspruch.
Es fließt kein Gas mehr: An der von Siemens Energy eingesetzten Turbine gebe es einen Konstruktionsfehler, behauptet der Staatskonzern Gazprom

Es fließt kein Gas mehr: An der von Siemens Energy eingesetzten Turbine gebe es einen Konstruktionsfehler, behauptet der Staatskonzern Gazprom

Foto: Stefan Sauer / dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (53) stellt sich darauf ein, dass Russland über die Pipeline Nord Stream 1 kein Gas mehr nach Europa liefern wird. "Es kommt noch ein bisschen Gas über die Ukraine-Pipeline, aber dass Nord Stream 1 wieder aufgemacht wird, gehört nicht zu den Szenarien, von denen ich ausgehe", sagte der Grünen-Politiker am Montagabend im ZDF-"heute journal".

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Samstag nach einer planmäßigen Wartung der Turbine die Gaslieferungen nach Europa nicht wieder aufgenommen. Das Unternehmen begründete dies mit angeblich austretendem Öl aus der Maschine. An der von Siemens Energy eingesetzten Turbine gebe es einen Konstruktionsfehler. Wegen erhöhter Brand- und Explosionsgefahr habe die Technikaufsicht Rostechnadsor den Weiterbetrieb der Turbine untersagt, teilte Gazprom am Montagabend in Moskau mit. Der Fehler lasse sich nur durch einen Umbau bei Siemens Energy beheben.

Jedoch erscheint es offensichtlich, dass der Lieferstopp einen politischen Hintergrund hat. So wies Siemens die Darstellung von Gazprom zurück. Bis auf Weiteres gelte die Einschätzung, dass der mitgeteilte Befund keinen Grund für eine Einstellung des Betriebs darstelle, sagte ein Sprecher von Siemens Energy am Montag. "Solche Leckagen beeinträchtigen im Normalfall den Betrieb einer Turbine nicht und können vor Ort abgedichtet werden", so der Sprecher. Auch in der Vergangenheit sei es wegen solcher Öllecks nicht zu einem Stillstand gekommen. Siemens Energy verweise darauf, dass in der Verdichterstation Portowaja genügend weitere Turbinen für einen Betrieb von Nord Stream 1 zur Verfügung stehen.

dri/Reuters, dpa-afxp
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