Neue Sanktionen G7-Staaten wollen russische Goldimporte stoppen

Beim G7-Gipfel in Elmau stehen auch neue Sanktionen gegen Russland auf der Agenda. Um Putins Rückhalt bei russischen Oligarchen zu schwächen, will der Westen deren Möglichkeit zum Goldhandel einschränken.
Gemeinsam gegen Russland: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (l.) und der britische Premier Boris Johnson in Elmau

Gemeinsam gegen Russland: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (l.) und der britische Premier Boris Johnson in Elmau

Foto: BENOIT TESSIER / REUTERS

Die sieben führenden Industriestaaten (G7) wollen neue Importe von russischem Gold wegen des Kriegs gegen die Ukraine unterbinden. Die USA und Großbritannien würden den Schritt schon am Sonntag am ersten Tag des Treffens offiziell bekanntgeben, die G7-Staatengruppe insgesamt werde dann folgen, sagt ein US-Regierungsvertreter. US-Präsident Joe Biden und die anderen G7-Staats- und Regierungschefs seien entschlossen, Russlands Staatschef Wladimir Putin für das Vorgehen in der Ukraine weiter zur Verantwortung zu ziehen.

Das Verbot werde bereits in Kürze in Kraft treten und sowohl für neu abgebautes als auch für veredeltes Gold gelten, hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung der britischen Regierung vor Beginn des Gipfeltreffens auf Schloss Elmau in Bayern. Zuvor exportiertes Gold russischer Herkunft sei davon nicht betroffen. Von US-Regierungskreisen wurde das Embargo-Vorhaben bestätigt.

"Wir müssen dem Putin-Regime die finanzielle Grundlage entziehen. Das Vereinigte Königreich und unsere Verbündeten tun genau das", begründete Premierminister Boris Johnson die Entscheidung. "Die Maßnahmen, die wir heute angekündigt haben, werden die russischen Oligarchen direkt treffen und das Herz von Putins Kriegsmaschinerie angreifen."

Die russischen Goldexporte hatten im vergangenen Jahr ein Volumen von 12,6 Milliarden Pfund (rund 14,6 Milliarden Euro). Wohlhabende Russen hätten in den vergangenen Wochen verstärkt Gold gekauft, um die finanziellen Auswirkungen der westlichen Sanktionen abzumildern, so die britische Regierung. Die neue Initiative folgt auf die bereits im März verkündete Aussetzung der Akkreditierung von sechs russischen Edelmetallverarbeitern durch die London Bullion Market Association (LBMA), die als wichtigster außerbörslicher Handelsplatz für Gold und Silber gilt.

Die G7-Staats- und Regierungschef beraten bis Dienstag auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. Im Zentrum des Gipfels unter deutscher Präsidentschaft steht der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zu der Gruppe gehören die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Gastgeber Deutschland.

cr/Reuters
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