Flucht in Türkei versperrt Putin schränkt Reisefreiheit ein

Russlands Diktator Wladimir Putin hat eine Teil-Mobilmachtung angekündigt, zahlreiche Russen sind daraufhin in die Türkei geflohen – aus Angst, eingezogen zu werden. Nun schränkt das Regime in Moskau auch die Reisefreiheit ein.
Proteste in Russland gegen den Krieg: Zahlreiche Russen fliehen in die Türkei, andere demonstrieren und werden festgenommen

Proteste in Russland gegen den Krieg: Zahlreiche Russen fliehen in die Türkei, andere demonstrieren und werden festgenommen

Foto: Ulf Mauder / picture alliance/dpa

Tausende russische Männer im wehrfähigen Alter sind seit Mittwoch in einen Spontanurlaub in die Türkei geflohen. Sämtliche Ferienflieger in türkische Reiseziele sind ausgebucht. Nun steuert Moskau dagegen: Nach dem Befehl zur Teilmobilmachung müssen sich Russen im wehrpflichtigen Alter laut Gesetz an ihrem Wohnort aufhalten. "Bürgern, die (als Reservisten) im Militärregister erfasst sind, ist ab dem Moment der Mobilisierung das Verlassen des Wohnorts ohne Genehmigung der Militärkommissariate und der für Reserven zuständigen Exekutivorgane verboten", heißt es in dem seit Mittwoch wieder aktuellen Gesetz "Über die Mobilmachung in Russland".

Urlaub auf der Krim oder in Krasnodar - aber nicht mehr in der Türkei

Laut dem Leiter des Verteidigungsausschusses in der Duma, Andrej Kartapolow, betrifft die Einschränkung der Reisefreiheit vor allem Auslandsurlaube. "Sie können weiter ruhig auf Dienstreise nach Krasnodar oder Omsk fahren, aber ich würde Ihnen nicht raten, in türkische Kurorte zu fahren - erholen Sie sich lieber in den Badeorten der Krim und des Gebiets Krasnodar", sagte der Abgeordnete am Mittwoch.

Flugbuchungen etwa in die Türkei waren am Mittwoch auf einschlägigen Portalen im Internet nicht mehr möglich.

Zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin vor dem Hintergrund des sich hinziehenden Angriffskriegs gegen die Ukraine die Teilmobilmachung in Russland ausgerufen. 300.000 Reservisten sollen nun in die russische Armee eingezogen werden. Die Verantwortung für die Organisation der Einberufung liegt bei den regionalen Gouverneuren und den einzelnen Kreiswehrersatzämtern vor Ort.

la/dpa
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