Sonntag, 18. August 2019

Troika-Bericht Portugal erhöht Wachstumsprognose

Lissabon: Die Exportwirtschaft soll den Aufschwung stützen

Portugals Wirtschaft kommt wieder in Schwung: Für das laufende Jahr hat die Regierung die Wachstumsprognose erhöht. Lissabon will den Euro-Rettungsschirm im Sommer verlassen - doch die Troika sieht noch "Reformstau".

Lissabon - Portugal blickt kurz vor dem geplanten Verlassen des Euro-Rettungsschirms im Juni optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Regierung erhöhte ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr von 0,8 Prozent auf 1,2 Prozent. Es wäre das Ende der tiefsten und längsten Rezession des Landes seit langer Zeit. 2013 war das Bruttoinlandsprodukt noch um 1,4 Prozent gefallen.

Gestützt werden soll der Aufschwung von weiter steigenden Exporten. Hier wird für das laufende Jahr ein Plus von 5,5 Prozent erwartet. Auch die Lage am Arbeitsmarkt soll sich der aktuellen Regierungsprognose zufolge bessern, bleibt aber nach wie vor schwierig. Die Arbeitslosenquote soll im laufenden Jahr auf 15,7 (2013: 16,3) Prozent fallen.

Auch die internationalen Geldgeber sehen Portugal auf einem guten Weg zur wirtschaftlichen Gesundung. In einem Bericht der Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) heißt es, das Land müsse aber an vereinbarten Reformen festhalten.

Die Troika erklärte, es gebe noch "wichtige Reformstaus", die die Wirtschaft behinderten. Der Arbeitsmarkt müsse flexibler werden, die öffentliche Verwaltung müsse wirtschaftsfreundlicher operieren. Ein gutes Zeichen sei auch der Wiederbeginn des Zugangs Portugals zu den Finanzmärkten.

Portugal hatte im April 2011 von der EU und dem IWF Finanzhilfen in Höhe von 78 Milliarden Euro erhalten.

ts/dpa-afx

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