Rubel- und Ölpreisschwäche Russland erwartet Rezession - Kapitalflucht nimmt zu

Das russische Wirtschaftsministerium hat die Wachstumsprognose für das erste Quartal 2015 gesenkt: Nach ursprünglich plus 1,2 Prozent rechnet Moskau nun mit einem Minus. Die Kapitalabflüsse sollen kräftig zunehmen.
Wechselstuben: Moskau erwartet 2015 einen Kapitalabfluss von 90 Milliarden Dollar - fast doppelt so viel wie bislang angenommen

Wechselstuben: Moskau erwartet 2015 einen Kapitalabfluss von 90 Milliarden Dollar - fast doppelt so viel wie bislang angenommen

Foto: MAXIM SHEMETOV/ REUTERS

Moskau - Angesichts des sinkenden Ölpreises und geopolitischer Spannungen rechnet das russische Wirtschaftsministerium für Anfang 2015 mit einer Rezession. Für das erste Quartal des kommenden Jahres senkte das Ministerium seine Konjunkturprognose auf minus 0,8 Prozent, wie Vizeminister Alexej Wedew Agenturen zufolge sagte. Zuvor hatte die Regierung noch ein Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die russische Wirtschaft aber wieder schwarze Zahlen schreiben, meinte Wedew.

Wegen der anhaltenden Rubel-Schwäche rechnet das Ministerium zudem für 2015 mit einem Kapitalabfluss von 90 Milliarden Dollar (72 Milliarden Euro) statt wie bisher angenommen von 50 Milliarden Dollar. Für 2014 gehen die Behörden von einer Kapitalabwanderung in Höhe von 125 Milliarden Dollar aus.

Die wirtschaftlichen Probleme reißen ein Loch in den russischen Staatshaushalt. Wedew sagte, er erwarte einen Verlust für den Etat 2015 von rund 90 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Prognosen basieren auf einem durchschnittlichen Ölpreis für 2015 in Höhe von etwa 80 Dollar je Barrel (159 Liter). Derzeit liegt der Ölpreis jedoch niedriger.

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ts/dpa
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