Mittwoch, 20. November 2019

Starökonom warnt Rogoff hält schottisches Referendum für eine "Katastrophe"

Harvard-Professor und Ökonom: Kenneth Rogoff warnt vor den Folgen eines Schottland-Referendums

Ob "yes" oder "no" - das schottische Referendum sei in jedem Fall ein Desaster, urteilt der US-Starökonom Kenneth Rogoff. Vor allem, weil es in anderen Ländern Begehrlichkeiten wecken könnte.

Hamburg - Eine Katastrophe sei das schottische Unabhängigkeits-Referendum, zürnt der bekannte US-Ökonom Kenneth Rogoff. Als erster werde Schottland leiden, sagte Rogoff in einem Interview mit CNBC. In die gleiche Kerbe haut auch die UBS, die vor eine Katerstimmung warnt. Erst die Unabhängigkeitsparty, dann der Kopfschmerz, schreibt die Bank in einer aktuellen Einschätzung.

Schottische Aktien könnten leiden sowie solche, die ihren Schwerpunkt in Schottland haben. Das britische Pfund würde unter der Unsicherheit leiden, die mit einem Austritt der Schotten einherginge. Leiden könnten auch die "guilts", die englischen Staatsanleihen - immerhin könnte Schottland theoretisch die Union verlassen, ohne seine Schulden zu übernehmen. Und eine steigende Staatsverschuldung der Engländer wäre Gift für deren "guilts".

Rogoff zumindest führt zwei Gründe gegen das Referendum an, berichtet Fondsprofessionell. Zum einen sei es keine einmalige Gelegenheit, wie es Politiker immer wieder betonen. Zum anderen dürfte es, schätzt Rogoff, bei anderen Ländern Begehrlichkeiten wecken. "Andere Gegenden in Europa werden sagen: 'Hey, das können wir auch tun.' Das ist mit Sicherheit so etwas wie eine Freikarte."

Einen prominenten Gegner indes hat er. Denn im Council of Economic Advisers, genauer dessen Untergruppe, der Fiscal Commission Working Group, die eine wirtschaftliche Unabhängigkeit Schottlands vorbereiten soll, sitzt unter anderem Joseph Stiglitz.

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