Donnerstag, 5. Dezember 2019

Müllers Memo Pump it up, Baby!

Bodybuilding-Wettbewerb (in Bangkok): Auch diese Branche hängt am Öl

Die Welt ertrinkt förmlich in Öl: Das Angebot steigt immer weiter, der Preis fällt und fällt. Das ist gut für die Wirtschaft, aber nur kurzfristig - langfristig entstehen dadurch riesige Probleme.

Eine neue Disziplin wird derzeit weltweit ausgetragen, und wir sind die staunenden Beobachter: das Wettpumpen. Was immer sich aus dem Boden holen lässt, wird herausgeholt.

In einem großen strategischen Ringen stehen sich die wichtigsten Förderländer gegenüber: Die USA wollen ihre Wirtschaft auf Touren halten; dank Fracking-Technologie sind sie inzwischen die Nummer eins unter den Gasfördernationen und die Nummer drei beim Öl. Auch Saudi-Arabien produziert unter Volllast. Mit dem Ziel, die Preise so tief zu drücken, dass die neue, teurer produzierende US-Konkurrenz in die Pleite getrieben wird. Andere Förderländer wiederum halten die Produktion hoch, weil sie auf Öleinnahmen dringend angewiesen sind.

Das Resultat des Wettpumpens: Das weltweite Ölangebot steigt immer weiter. Im Oktober lag es bei rekordverdächtigen 94 Millionen Fass pro Tag, schätzt die Internationale Energieagentur (IEA). Zugleich schwächelt die Nachfrage wegen der mauen Weltkonjunktur. Logische Konsequenz: Preisverfall. Um ein Drittel ist Öl inzwischen günstiger als noch im Juni. Gas ist vor allem in den USA billiger geworden, dort haben sich die Preise seit 2008 halbiert.

Am Donnerstag treffen sich die zuständigen Minister der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) um zu beraten, ob sie die Hähne ein Stück weit zudrehen sollen. Einige Mitglieder haben diesen Wunsch signalisiert. 100 Dollar pro Fass sei ein fairer Kurs, meinen sie; derzeit liegt der Wert unter 80 Dollar.

Fraglich aber, ob die Opec aber überhaupt noch so genau den Preis kontrollieren kann. Schließlich haben andere Förderländer - die USA, Russland, Kanada - längst die Macht des vormaligen Kartells untergraben.

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