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Der mm-Konjunkturindikator: 3,0 Prozent für 2016

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mm-Konjunktur-Indikator Billig-Euro befeuert Exportboom - 3 Prozent Plus sind drin

Auf 2,9 Prozent Wachstum in diesem Jahr kommt der aktuelle mm-Indikator, sogar noch deutlich mehr ist für die deutsche Wirtschaft demnach gut möglich. So optimistische Werte verdanken wir dem weichen Euro.
Von Carsten-Patrick Meier

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen weiter verbessert. Der mm-Indikator für Februar deutet für das Jahr 2015 auf einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,9 Prozent hin. Der erste Wert für 2015, den wir im Dezember berechnet hatten, lag noch bei 2,5 Prozent.

Naturgemäß ist zu diesem Zeitpunkt das Unsicherheitsintervall der Indikatorprognose weiterhin recht groß. Es reicht in der Grafik, bei der eine Irrtumswahrscheinlichkeit von einem Drittel unterstellt wird, von 2,3 Prozent bis 3,4 Prozent.

Aber selbst wenn man für die Prognose eine Irrtumswahrscheinlichkeit von nur 1 Prozent unterstellt, kann eine Rezession für 2015 ausgeschlossen werden. Ein ebenso kräftiger Anstieg wie im Nachkrisenjahr 2010, als das Bruttoinlandsprodukt um mehr als 4 Prozent zulegte, ist dann dagegen nicht ausgeschlossen.

Gegenüber Dezember 2014 haben sich die Konjunkturperspektiven vor allem wegen der deutlichen Abwertung des Euro verbessert. Immerhin hat der Euro gegenüber dem US-Dollar seither rund 10 Cent verloren; unter 1,15 US-Dollar für einen Euro stand der Wechselkurs zuletzt vor knapp zwölf Jahren. Hinzu kommt die scharfe Aufwertung des Schweizer Franken im Gefolge der Wechselkursfreigabe durch die Schweizer Nationalbank. Beides zusammen dürfte die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im Ausland um volle 2 Prozent erhöht haben.

Langfristig bedeutete dies - wenn es dabei bliebe - rund 1 Prozent mehr Exporte, rund 2 Prozent weniger Importe und infolgedessen ein um einen dreiviertel Prozentpunkt höheres Bruttoinlandsprodukt. Davon wird aber nur ein Teil schon im Jahr 2015 realisiert werden. Zudem gibt es Gegeneffekte, etwa dadurch, dass durch den Verfall des Wechselkurses gegenüber dem Dollar der Rückgang der Weltmarktpreise für Rohöl , die bekanntlich in Dollar notiert sind, in Euro gerechnet weniger eindrucksvoll ausfällt.

Wo wir schon beim Ölpreis sind: die meisten Konjunkturbeobachter gehen davon aus, dass der Ölpreisverfall eine "kleines Konjunkturprogramm" (Bundesbankpräsident Jens Weidmann) für Deutschland darstellt. Mittelfristig ist das gewiss der Fall, denn zum einen werden die Verbraucher und Unternehmen in Deutschland bei den Energiekosten entlastet, zum anderen gilt dies auch für einen Großteil der weltweiten Handelspartner Deutschlands.

Ob die anregenden Wirkungen allerdings schon im laufenden Jahr wirksam werden, steht dagegen auf einem anderen Blatt. Immerhin sind die Ölförderländer wichtige Kunden der deutschen Industrie - und die werden sich jetzt mit Investitionen voraussichtlich stark zurückhalten, was den deutschen Export dämpft. Nach unserer Analyse dürfte der Ölpreisverfall deshalb für sich genommen im laufenden Jahr noch nicht anregend auf die deutsche Konjunktur wirken, sondern erst ab 2016. Deshalb sind wir für das kommende Jahr auch noch optimistischer als für das laufende. Freilich kann bis dahin noch viel passieren …

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