Montag, 16. September 2019

mm-Grafik So stark setzt der niedrige Ölpreis der Inflationsrate zu

Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst der Deflation. Erstmals seit 2009 sinken in der Euro-Zone die Verbraucherpreise. Vor allem fallende Energiepreise drücken den Inflationsindex in die Tiefe - die Grafik zeigt den Einfluss von billigem Öl und Gas.

GRAFIK Inflation im Euroraum

Hamburg - Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 wieder gefallen. Die Lebenshaltungskosten sanken im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent, teilte das Statistikamt der EU am Mittwoch mit. Wie die Grafik von Statista zeigt, geht das vor allem auf niedrige Kosten für Energie zurück: Um die günstigen Preise für Öl und Gas bereinigt, würden Europas Preise im Mittel nicht etwa um 0,2 Prozent zurückgehen, sondern um 0,6 Prozent ansteigen. Rechnet man zusätzlich die fallenden Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabakwaren aus dem Inflationsindex heraus, ergibt sich sogar ein Wert von 0,8 Prozent.

Zur Berechnung der Inflationsdaten gewichtet Eurostat, die Statistikbehörde der Europäischen Kommission, die wichtigsten Lebenshaltungskosten in einem Warenkorb: Den größten Anteil, 42,8 Prozent, nehmen darin Dienstleistungen ein, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak kommen auf 19,8 Prozent, fast 11 Prozent entfallen auf die Energie. Dieser eigentlich kleinste Anteil läutet nun die Deflation ein - Dienstleistungen haben sich zwischen Dezember 2013 und Dezember 2014 nämlich um etwa 1,2 Prozent verteuert.


© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung