Wirtschaftsforscher Aufschwung kommt nur langsam in Fahrt

Die Konjunkturerholung in Deutschland geht nur langsam vonstatten: Die Wirtschaftsforscher von IW und IMK sehen vorerst keinen kräftigen Aufschwung. Immerhin: Das IMK hat seine Wachstumsprognose erhöht.
Hamburger Hafen: Der Außenhandel schwächelt

Hamburger Hafen: Der Außenhandel schwächelt

Foto: A4492 Axel Heimken/ picture alliance / dpa

Berlin - Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erwartet wegen der schwächelnden Weltkonjunktur nur einen moderaten Aufschwung in Deutschland. "Wir sind verhalten optimistisch und erwarten für 2014 eine Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent", sagte IW-Direktor Michael Hüther.

Neben der Rezession in vielen europäischen Ländern gebe es "markante Bremswirkungen" in wichtigen Schwellenländern wie China, Russland, Indien und Brasilien. In diesem Jahr dürfte es in Deutschland laut IW nur zu einem Wachstum von gut 0,5 Prozent reichen.

Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut erhöhte seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,4 (bislang: 0,3) und für 2014 auf 1,2 (0,8) Prozent. Zentrale Stütze der Konjunktur sei der private Konsum. "Vom Außenhandel kommen dagegen vor allem in diesem Jahr keine positiven Impulse, weil die Nachfrage aus Übersee die fortdauernde Schwäche wichtiger Handelspartner in Europa nicht mehr kompensiert", schrieben die Experten des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

Ohne die nachhaltige Überwindung der Wirtschaftskrise in der Euro-Zone werde ein echter Aufschwung in Deutschland ausbleiben, hieß es. Weil die Sparkurse langsam gelockert würden, sei in vielen Euro-Ländern die Talsohle zwar erreicht. Insgesamt bliebe die Lage aber schwach.

Das IMK geht davon aus, dass die Wirtschaft der Euro-Zone in diesem Jahr um 0,5 Prozent schrumpft. Ohne Deutschland beliefe sich das Minus auf 0,9 Prozent. Im kommenden Jahr sei wieder mit einem Wachstum von durchschnittlich 0,7 Prozent zu rechnen, ohne Deutschland betrage es lediglich 0,5 Prozent.

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Den öffentlichen Kassen sagt das IW im kommenden Jahr ein Einnahmeplus von mehr als 3 Prozent voraus. "Für den Staatshaushalt wäre das ein Überschuss von 15 Milliarden Euro", hieß es. Um die Weichen für mehr Wachstum zu stellen, müsse die künftige Bundesregierung ein überzeugendes Konzept für die Energiewende vorlegen. "Gleichzeitig müssen die Steuer- und Abgabenlasten sinken, ohne dabei die Haushaltskonsolidierung aus den Augen zu verlieren", mahnte das Institut.

ts/rtr
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