Reformerfolg Arbeitslosigkeit in Euro-Zone sinkt - spanische Wirtschaft wächst stärker als die deutsche

Das billige Geld der EZB, die Wirtschaftsreformen und der weiche Euro zeigen erste Erfolge: Spaniens Wirtschaft ist Ende 2014 so stark gewachsen wie seit sieben Jahren nicht mehr. Zudem zeigt der Arbeitsmarkt in Europa Zeichen einer Belebung.
Passanten in Madrid: Spanien kommt langsam aus der Krise

Passanten in Madrid: Spanien kommt langsam aus der Krise

Foto: Oli Scarff/ Getty Images

Hamburg - Die spanische Wirtschaft ist Ende des vergangenen Jahres überraschend kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone legte in den letzten drei Monaten 2014 um 0,7 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt mitteilte.

Das Wachstum stellt das größte Plus seit sieben Jahren dar und war etwas größer als von Experten erwartet. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft wuchs zum Jahresende lediglich um rund 0,25 Prozent.

Insgesamt legte das spanische BIP im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent zu. Die spanische Regierung erwartet, dass die Wirtschaft dieses Jahr noch stärker anzieht, da sinkende Ölpreise und der billigere Euro die Konjunktur anschieben. Das BIP soll daher 2015 um mindestens 2,5 Prozent zulegen.

Damit geht der wirtschaftliche Aufstieg Spaniens weiter: Zwischen 2011 und 2013 befand sich das Land noch in einer Rezession, seitdem steigt das BIP jedoch wieder schrittweise an. Größtes Problem des Landes ist jedoch nach wie vor die große Arbeitslosigkeit (derzeit 23,7 Prozent).

Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf tiefstem Stand seit 30 Monaten

Doch trotz dieser noch immer hohen Quoten weist auch der Arbeitsmarkt in der Euro-Zone erste Erholungszeichen auf: Die Arbeitslosigkeit in Euro-Land ist auf das niedrigste Niveau seit knapp zweieinhalb Jahren gesunken. Die entsprechende Quote sank im Dezember auf 11,4 Prozent, wie das Europäische Statistikamt am Freitag mitteilte.

Dies zeigt, dass sich die Konjunkturerholung nun auch am Stellenmarkt in den 18 Staaten der Währungsunion allmählich bemerkbar macht.

Auch aus der weitere zehn Staaten umfassenden Europäischen Union gab es positive Nachrichten: Mit einem Wert von 9,9 Prozent fiel die Arbeitslosenquote erstmals seit Oktober 2011 unter die Zehn-Prozent-Marke.

Die niedrigste Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone weist Deutschland mit einer Quote von 4,8 Prozent aus. Die rote Laterne hält Griechenland mit 25,8 Prozent laut letzten verfügbaren Daten vom Oktober, dicht dahinter folgt Spanien mit 23,7 Prozent im Dezember. In Italien (12,9 Prozent) und Frankreich (10,3 Prozent) stieg die Arbeitslosigkeit jedoch an.

la/dpa/reuters
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