Privatkonsum lahmt Japan rutscht in die Rezession - Börse bricht ein

Der Privatkonsum hat sich nach der Erhöhung der Verbrauchssteuer nicht wie geplant erholt. Dafür bekommt Japans Premier Shinzo Abe nun die Quittung: Die Wirtschaft rutscht in die Rezession, die Börsen geben kräftig nach. Neuwahlen werden wahrscheinlicher.
Premier Abe: Baldige Entscheidung über Neuwahlen

Premier Abe: Baldige Entscheidung über Neuwahlen

Foto: Franck Robichon/ dpa

Tokio - Japans Wirtschaft ist überraschend in die Rezession gerutscht. Wie die Regierung am Montag auf vorläufiger Basis bekanntgab, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September um eine hochgerechnete Jahresrate von 1,6 Prozent. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem Anstieg gerechnet.

Eine Erhöhung der Verbrauchssteuer zum 1. April von 5 auf 8 Prozent hatte der Wirtschaft bereits im ersten Quartal einen so schweren Dämpfer zugefügt, dass die Wirtschaft um 7,3 Prozent eingebrochen war.

Schrumpft eine Wirtschaft wie nun im Falle Japans in zwei Quartalen in Folge, sprechen Volkswirte von einer Rezession. Die meisten Ökonomen hatten mit einem Wachstum von gut zwei Prozent gerechnet. Im Vergleich zum vorangegangen Quartal verringerte sich die wirtschaftliche Leistung des Landes um 0,4 Prozent.

Die Börse gab in Reaktion auf die unerwartet schlechten Konjunkturdaten deutlich nach. Der Nikkei-Index  sackte wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 17.000 Punkten. Zum Handelsende notierte er einen Abschlag von 517,03 Punkten oder rund 3 Prozent bei 16.973,80 Zählern. Der breit gefasste Topix  büßte ebenfalls deutlich um 34,28 Punkte oder rund 2,5 Prozent auf 1366,13 Punkte ein.

Damit gilt es nun als wahrscheinlich, dass Regierungschef Shinzo Abe eine ursprünglich für das kommende Jahr geplante weitere Anhebung der Verbrauchssteuer auf 10 Prozent verschieben wird. Abe kommt erst am Montag von einer Auslandsreise zurück. Er hatte dieser Tage laut Medien angedeutet, noch im Dezember Neuwahlen anzusetzen. Mit einer Entscheidung wird frühestens an diesem Dienstag gerechnet.

Der Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Akira Amari, begründete die schlechten Wirtschaftsdaten vor allem damit, dass sich die private Nachfrage nicht so erholt habe wie erwartet. Der private Verbrauch, der in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu rund 60 Prozent zum BIP beiträgt, erhöhte sich im zweiten Quartal nur geringfügig um real 0,4 Prozent. Im Vorquartal war der private Konsum noch stark um 5,0 Prozent zurückgegangen.

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