Weniger Bestellungen aus der Eurozone Industrieaufträge sinken zum dritten Mal in Folge

Die Zahl der Aufträge für die deutsche Industrie ist zum dritten Mal in Folge gesunken. Hauptgrund sind weniger Bestellungen aus der Eurozone. Experten zeigen sich enttäuscht - das Wirtschaftsministerium beschwichtigt.
Von mm-newsdesk
Kuka-Roboter: Unternehmen der Eurozone bestellen seltener in Deutschland

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Foto: Jan Woitas/ picture alliance / dpa

Die deutsche Industrie hat im September den dritten Monat in Folge weniger Aufträge eingesammelt. Die Bestellungen fielen überraschend um 1,7 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Eine so lange Negativ-Serie gab es zuletzt vor vier Jahren.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem die Aufträge im August um 1,8 Prozent und im Juli um 2,2 Prozent gefallen waren. Das Ministerium sieht dennoch keinen Grund zur Panik. "Das Geschäftsklima in der Industrie ist nach wie vor gut."

Die trübe Lage ist vor allem auf schwache Bestellungen aus den Ländern der Eurozone zurückzuführen. Die entsprechenden Aufträge gingen um 6,7 Prozent zurück, während die Bestellungen aus dem restlichen Ausland sogar um 0,7 Prozent zulegten. Deutsche Unternehmen bestellten 0,6 Prozent weniger als im Vormonat.

Die Aufträge für Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen sanken um 2,9 Prozent, die für Konsumgüter gaben um 0,4 Prozent nach. Die Nachfrage nach Vorleistungen wie Chemikalien zog dagegen um 0,4 Prozent an.

Nach Ansicht des Chefvolkswirten des Bankhaus Lampe, Alexander Krüger, schlägt die Schwäche der Weltwirtschaft auf die deutschen Unternehmen durch: "Die Aufträge zeigen derzeit ihr hässliches Gesicht. Das wird sicherlich die Investitionen im vierten Quartal belasten." Es fehlten im Moment die Treiber, die für eine höhere Wachstumsdynamik sorgen können.

Thomas Gitzel, Ökonom bei der VP Bank nannte die rückläufigen Bestellungen aus der Eurozone eine herbe Enttäuschung. "Es scheint so, dass der Euroraum gegen Jahresende an wirtschaftlicher Dynamik verliert. Die Turbulenzen in China zeigen nach wie vor ihre negativen Auswirkungen."

Der Euro  reagierte auf die schwachen Daten zur Industrie und setzte seinen Abwärtskurs vom Vortag fort. Am Morgen erreichte die Gemeinschaftswährung ihr Tagestief bei 1,0854 US-Dollar.

ts/nck/Reuters/dpa
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