Mittwoch, 19. Februar 2020

Ifo-Index sinkt Stimmung der deutschen Wirtschaft so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr

Abwärts im Gleichklang: Die aktuelle Einschätzung der Geschäftslage, die Geschäftserwartungen und das Geschäftsklima der Unternehmen in Deutschland fallen in etwa auf den tiefsten Stand seit Dezember 2012 (Klicken für Großansicht)

Sorgen um internationale Krisen und trübe Konjunkturaussichten drücken weiter auf die Stimmung der deutschen Wirtschaft: Der Ifo-Index sinkt auf den tiefsten Wert seit Dezember 2012.

Berlin - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel unerwartet deutlich von 104,7 auf 103,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Dezember 2012.

Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang um 0,2 auf 104,5 Punkte gerechnet. "Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt.

Angesichts der Verunsicherung durch zahlreiche Krisen wie in der Ukraine und im Nahen Osten haben viele Experten ihre Wachstumsprognosen zuletzt deutlich nach unten korrigiert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet in diesem Jahr noch mit einem Plus von 1,3 Prozent und geht für 2015 sogar nur von 0,8 Prozent aus.

Auch im Einzelhandel trübte sich das Geschäftsklima erneut ein
Der deutliche Rückgang schlug auch Anlegern auf die Stimmung. Der Dax Börsen-Chart zeigen drehte 0,6 Prozent ins Minus - vor der Veröffentlichung der Daten hatte er getrieben durch die Ergebnisse des EZB-Stresstests bis zu 1 Prozent fester notiert.

Auch der Euro Börsen-Chart zeigen schwächelte etwas und fiel auf 1,2685 Dollar. "Eine Belebung der deutschen Wirtschaftsaktivität zeichnet sich in den kommenden Monaten wohl nicht ab", schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg in einem Kommentar.

Großhandelsindex steigt

Im Verarbeitenden Gewerbe verschlechterte sich das Geschäftsklima deutlich. Die aktuelle Lageeinschätzung gab merklich nach und liegt nur noch knapp über dem langfristigen Durchschnitt. Auch die Erwartungen verschlechterten sich weiter. Die Kapazitätsauslastung ist um 0,3 Punkte auf 83,7 Prozent gefallen. Nur im Auslandsgeschäft keimte leichte Zuversicht auf.

Im Großhandel stieg der Geschäftsklimaindex. Nach zuletzt drei Rückgängen in Folge verbesserte sich die aktuelle Lagebeurteilung deutlich. Die Erwartungen an die weiteren Geschäfte blieben leicht pessimistisch.

Im Einzelhandel trübte sich das Geschäftsklima erneut ein. Die Einzelhändler waren merklich weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Die Erwartungen hellten sich allerdings leicht auf.

Im Bauhauptgewerbe verschlechterte sich der Geschäftsklimaindikator minimal und verbleibt auf einem weiterhin sehr guten Niveau. Die Baufirmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage wieder etwas besser. Jedoch fielen die Erwartungen auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr.

ts/rtr/dpa-afx

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