Deutscher Ifo-Index fällt nur minimal Brexit bringt Firmenchefs nicht aus der Fassung

Es läuft weiterhin rund: Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich trotz des Brexit-Votums der Briten im Juli nur minimal eingetrübt

Es läuft weiterhin rund: Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich trotz des Brexit-Votums der Briten im Juli nur minimal eingetrübt

Foto: Bernd Wüstneck/ dpa

Das Brexit-Votum der Briten versetzt Firmenchefs in Deutschland nicht in Alarmstimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juli auf 108,3 Punkte von 108,7 Zählern und damit deutlich geringer als befürchtet, wie die Münchner Forscher am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilten. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 107,5 Zähler gerechnet. "Die deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Führungskräfte beurteilten die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate zwar ungünstiger als zuletzt, ihre Lage aber besser. Die Briten haben Ende Juni entschieden, dass ihr Land die Europäische Union verlassen soll. Fachleute erwarten, dass Großbritannien dadurch in eine Rezession rutschen könnte. Auch die deutschen Exporteure müssen demnach mit Geschäftseinbußen rechnen.

"Die gute Nachricht ist, dass die deutschen Unternehmen das britische Votum relativ gelassen nehmen", sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank aus Liechtenstein. "Der Ifo-Index belegt die These, dass das Brexit-Votum keine tiefen Bremsspuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen wird." Die überraschend positiven Daten schoben den deutschen Aktienmarkt an. Der Dax  baute seine Kursgewinne aus und lag rund ein Prozent im Plus.

Bessere Stimmung im Einzelhandel und am Bau

Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe trübte sich im Juli ein - trotz zufriedenstellender Geschäftslage, wie das Ifo betonte. "Die Industrie blickte aber merklich weniger optimistisch auf die kommenden Monate, die Automobilbranche berichtete sogar von pessimistischen Erwartungen." Während sich das Geschäftsklima im Großhandel verschlechterte, ging es im Einzelhandel und am Bau bergauf. "Im Bauhauptgewerbe klettert der Geschäftsklimaindikator auf immer neue Rekordwerte."

Der Ifo-Index gilt als wichtigstes Barometer für die deutsche Konjunktur. Zuletzt hatte auch die ZEW-Umfrage signalisiert, dass die Skepsis unter Börsianern wegen des britischen Referendums deutlich zugenommen hat. Der Indikator des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sank auf den tiefsten Stand seit Ende 2012.

la/reuters
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