Montag, 24. Februar 2020

Ifo-Index sinkt überraschend Geschäftsklima in Deutschland trübt sich wieder ein

Ifo-Chef Clemens Fuest: "Verhaltener Start, Skepsis bei den Aussichten"

Die deutsche Wirtschaft geht überraschend mit weniger Optimismus ins Jahr 2020. Das Barometer für das Ifo-Geschäftsklima im Januar fiel auf 95,9 Punkte von 96,3 Zählern, wie das Münchner Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Volkswirte hatten hingegen mit dem dritten Anstieg in Folge gerechnet - auf 97,0 Zähler. "Die deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Firmenchefs beurteilten zwar ihre Geschäftslage günstiger als zuletzt, ihre Aussichten aber skeptischer.

Im Verarbeitenden Gewerbe gebe es Zeichen der Erholung, betonte das Ifo. Hier habe sich das Geschäftsklima deutlich verbessert. "Der große Lichtblick ist die Industrie", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters. Der wichtige Wirtschaftszweig arbeite sich langsam aus der Krise heraus. Auch die Bundesbank erkennt inzwischen Anzeichen für ein Ende der Talfahrt der deutschen Industrie.

Die Notenbank geht davon aus, dass die gesamte Wirtschaftsleistung Ende 2019 weitgehend stagnierte, nach einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent im dritten Quartal. Das Ifo rechnet damit, dass die Konjunktur Anfang 2020 um 0,2 Prozent zulegen könnte.

Im Servicesektor trübte sich die Stimmung laut Ifo spürbar ein, vor allem wegen "merklich zurück haltenden Erwartungen" der Unternehmen. "Offenbar hat die Schwäche der Industrie mit Zeitverzug auch die Dienstleister erreicht", sagte LBBW-Chefökonom Uwe Burkert. "Alles in allem zeigt es, dass wir vor einem schwierigen Jahr stehen." Im Handel zog das Geschäftsklima an, während es sich am lange boomenden Bau verschlechterte. "Die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen auf den niedrigsten Stand seit Juni 2018", erklärte das Ifo.

la/reuters

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung