Montag, 17. Juni 2019

Konjunktursorgen drücken Stimmung Konsumlaune trübt sich ein

Künftig weniger Einkaufstüten? So richtig mag man das nicht glauben
Marc Müller / DPA
Künftig weniger Einkaufstüten? So richtig mag man das nicht glauben

Der Rückgang ist nicht dramatisch, doch die Stimmung der Verbraucher in Deutschland lässt nach. Bemerkenswert: Obwohl die Erwartungen an die Konjunktur gefallen sind, rechnen die Menschen weiter mit steigenden Einkommen.

Die Konsumlaune der Bundesbürger hat sich im Mai und Juni leicht eingetrübt. Nach einer Online-Umfrage unter etwa 2000 Konsumenten meldete das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag einen Rückgang des Indexwerts für die Verbraucherstimmung im Juni um 0,1 Punkte auf 10,1 Zähler.

Außerdem wurde der Wert für das Konsumklima im Mai von zuvor 10,4 Punkte auf 10,2 Punkte nach unten revidiert. "Die Revision war notwendig, da im Mai ein Wechsel der Erhebungsmethode stattgefunden hat", hieß es in der Mitteilung.

Noch stärker rutschte die Anschaffungsneigung um 2,6 Punkte auf 50,5 Punkte ab. Auf Jahressicht allerdings geht die GfK weiter von einem Anstieg der privaten Konsumausgaben um etwa 1,5 Prozent aus - im vergangenen Jahr lag die Zunahme bei 1,1 Prozent.

Die globale Abkühlung der Konjunktur, die Endlos-Diskussionen um den Brexit und die Gefahr einer Ausweitung des Handelskonflikts mit den USA habe den Konjunkturaussichten der Verbraucher einen spürbaren Dämpfer verpasst, erläuterte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl die aktuelle Stimmung. "Gerade für die Exportnation Deutschland sind anhaltende Handelskonflikte eine Bedrohung." Folglich seien die Wachstumsprognosen für Deutschland zuletzt auf etwa 0,5 Prozent gesenkt worden.

Gleichwohl rechnen die Verbraucher dennoch mit weiter steigenden Einkommen. Gründe seien die gute Lage am Arbeitsmarkt, die "signifikanten" Rentenerhöhungen im Juli und die im Schnitt über der Inflationsrate liegenden Tarifabschlüsse, betonte der Fachmann. Zum 1. Juli steigen die Renten in Ostdeutschland um 3,91 Prozent, in Westdeutschland um 3,18 Prozent.

Die starke Nachfrage nach Arbeitskräften führe zu einem deutlichen Anstieg der Einkommen, hieß es in der GfK-Mitteilung. "Davon können auch die Rentner profitieren, denn die Entwicklung ihrer Einkünfte orientiert sich an der Lohnentwicklung."

rei/dpa

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