Donnerstag, 22. August 2019

Leichtes BIP-Wachstum trotz Rückgangs in Deutschland Erst Deutschland, jetzt Euroland - Industrie-Produktion sinkt

Sorgen um Euroland: Die Wirtschaft in Großbritannien, Schweden und Deutschland schrumpft bereits. Italien (Blick auf Mailands Bankenviertel) droht unterdessen die Überschuldung
Stefano Rellandini / REUTERS
Sorgen um Euroland: Die Wirtschaft in Großbritannien, Schweden und Deutschland schrumpft bereits. Italien (Blick auf Mailands Bankenviertel) droht unterdessen die Überschuldung

Die Wirtschaft in der Eurozone ist im Frühjahr trotz einer leichten Schrumpfung in seiner größten Volkswirtschaft Deutschland leicht gewachsen. Im zweiten Quartal sei die Wirtschaftsleistung (BIP) um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Die Statistiker bestätigten damit eine erste Schätzung von Ende Juli. Beobachter rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik bei ihrer nächsten Sitzung weiter lockern wird, um die Konjunktur zu stützen.

Gegenüber dem Vorjahresquartal betrug das Wachstum der 19 Euroländer 1,1 Prozent. Die 28 EU-Länder wuchsen gegenüber dem Vorquartal ebenfalls um 0,2 Prozent und gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,3 Prozent. Besonders hohe Wachstumsraten wiesen in der Europäischen Union Ungarn, Rumänien, Finnland und Litauen auf. Rückläufig war die Wirtschaftsleistung neben Deutschland in Großbritannien und Schweden.

Ungarn, Rumänien und Finnland wachsen, Deutschland und England schrumpfen

Allerdings gab es trotz des leichten Wachstums einen konjunkturellen Dämpfer. Die Industrieunternehmen der Eurozone haben im Juni deutlich weniger produziert. Die Herstellung sei um 1,6 Prozent im Monatsvergleich gesunken, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Der Dämpfer folgte auf einen Produktionszuwachs von revidiert 0,8 Prozent (zuvor 0,9 Prozent) im Mai. In den Monaten März und April war die Produktion jeweils gesunken. Im Jahresvergleich fiel die Produktion im Juni um 2,6 Prozent.

Der Produktionsrückgang im Juni war breit angelegt und betraf alle Bereiche der Industrie. Besonders stark fiel der Rückgang bei den Investitionsgütern mit einem Dämpfer um 4,0 Prozent im Monatsvergleich aus.

la/dpa/reuters

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