Umsatz fällt im Juni Sommerflaute in Deutschlands Geschäften

Unerwarteter Rückschlag für die deutschen Einzelhändler: Nach zuvor zwei Anstiegen in Folge sank ihr Umsatz im Juni überraschend - und das gleich so stark wie seit Ende 2012 nicht mehr. Die Einnahmen gingen um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück.
Ein wenig zurückhaltend: Bundesbürger ließen im Juni weniger Gld in den Läden als im Vormonat und vor Jhresfrist

Ein wenig zurückhaltend: Bundesbürger ließen im Juni weniger Gld in den Läden als im Vormonat und vor Jhresfrist

Foto: DPA

Wiesbaden - Die deutschen Einzelhandelsumsätze sind im Juni überraschend gesunken. Sie gaben im Monatsvergleich real - Preissteigerungen also herausgerechnet - um 1,5 Prozent nach, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat hatten die Einzelhändler 1,0 Prozent und real 2,8 Prozent weniger in den Kassen; allerdings zählte der Juni diesmal auch einen Verkaufstag weniger als vor einem Jahr. Erwartet wurde im Vorfeld dennoch die gegenteilige Tendenz, nicht zuletzt aufgrund des Plus in den beiden Vormonaten: Gerechnet wurde so auch im Juni mit höheren Verkäufen um 0,2 Prozent. Die so eingetretene Enttäuschung hatte sogar Wirkung auf die Kursentwicklung an der Börse in Frankfurt am Main.

Der Dax , das führende hiesige Börsenbarometer, drehte nach Bekanntgabe des schwächelnden Sommerverkaufs deutlich ins Minus. Schnell notierte der Dax 0,6 Prozent in den roten Zahlen. Auch andere europäische Börsenindizes gaben nach: Der europäisch ausgerichtete FTSEurofirst300-Index gab 0,4 Prozent auf 1201,69 Punkte nach. Und der Euro Stoxx 50  fiel um 0,2 Prozent auf 2753,62 Zähler.

Der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren stieg hierzulande zwar zuletzt mit 4,3 Prozent stark. Dafür gab es die größten Einbußen im sonstigen Einzelhandel, wozu beispielsweise Bücher- und Schmuckgeschäfte zählen. Hier gab es ein Minus von 5,9 Prozent. Die Geschäfte mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf liefen mit einem Rückgang von 5,0 Prozent ähnlich schlecht.

Im ersten Halbjahr legte der Einzelhandelsumsatz um 1,3 Prozent zu. Der Branchenverband HDE erwartet im Gesamtjahr ein Plus von 1,0 Prozent. Die Chancen dafür stehen trotz des Rückschlags nicht schlecht, denn die Kauflaune der Deutschen ist derzeit so gut wie seit Jahren nicht mehr, wie die GfK-Forscher bei ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern herausfanden. Grund dafür sind die niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Löhne und geringe Inflation.

kst/dpa-afx/rtr
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