Deutsche Wirtschaft Industrie fährt Produktion spürbar runter

Deutschlands Wirtschaft leidet unter der anhaltenden Konjunkturschwäche in der Euro-Zone: die Industrieproduktion ging im vergangenen Monat deutlich stärker zurück als erwartet.

Wiesbaden - Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Mai so deutlich gedrosselt wie seit Oktober nicht mehr. Die Firmen stellten 1,0 Prozent weniger her als im April, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Mittel nur mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 2 Prozent im April.

Eine entscheidende Rolle dürfte gespielt haben, dass die Produktion am Bau nachließ. Im April hatte es ein kräftiges Plus von knapp 16 Prozent gegeben, da die Firmen mit Ende des Winters Produktionsausfälle aufholen konnten. Im Mai ging der Ausstoß im Bauhauptgewerbe dann mit 1,7 Prozent wieder etwas zurück. Die gesamte Industrie fuhr ihren Ausstoß um 0,7 Prozent zurück.

Die Postbank sieht in dem überraschend starken Rückgang der deutschen Industrieproduktion allerdings kein größeres Problem für die weitere konjunkturelle Entwicklung. Es sei absehbar gewesen, dass das "atemberaubende Tempo" der vorangegangenen drei Monate nicht zu halten sei, heißt es in einer Analyse.

Zwar könnten die nachlassenden Aufträge in den folgenden Monaten noch zu weiteren Rückgängen der Produktion führen. Im Quartalsvergleich zeichne sich im zweiten Quartal aber ein deutlicher Anstieg der Produktion ab, schreiben die Postbank-Experten. Sie gehen nach wie vor davon aus, dass die deutsche Wirtschaft stärker an Fahrt gewinnt.

Das Bundeswirtschaftsministerium betonte, die Industrieproduktion habe in den jüngsten Monaten teilweise deutlich zugelegt und bleibe in der Tendenz weiter aufwärtsgerichtet. Zudem dürfte sich die Erholung im Produzierenden Gewerbe weiter "leicht gedämpft fortsetzen".

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